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PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN -C^~
heinrich altherr
im lande der sonne
Aus der Silvester-Ausstellung im Basler Kunstverein (s. S. 222)
1V/TÜNCHEN. Anläßlich des Neujahrsfestes wurden
von S. K. H. dem Prinz-Regenten u. a. mit dem
Titel eines kgl. Professors ausgezeichnet der Landschaftsmaler
Philipp Röth in München, der Maler
Julius Exter in Uebersee und der Maler und
künstlerische Leiter der >Fliegenden Blätter«, Hermann
Schneider in München. Den Verdienstorden
vom hl. Michael 3. Klasse erhielten der Maler und
Akademie-Professor Heinrich Zügel in München
und der Architekt und Direktor der Kunstgewerbeschule
in Nürnberg, Franz Brochier, den gleichen
Orden 4. Klasse der Maler Prof. Walter Firle
in München; dem Mitbesitzer der »Fliegenden
Blätter«, dem Verlagsbuchhändler Jul. Schneider
in München, wurde der Titel eines Kommerzien-
rats verliehen. — Dr. Richard Streiter, Privatdozent
für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule
in München, erhielt den Titel und Rang eines
außerordentlichen Professors.
I_IEIDELBERG. An Prof. Wilh. Trübner ist
A A aus seiner Vaterstadt Heidelberg der Auftrag
ergangen, zwei große Wandbilder für die Neue Stadthalle
zu malen, auf denen Episoden aus der Geschichte
Heidelbergs zur Darstellung kommen sollen.
OERLIN. Unter den wenigen plastischen Arbeiten,
die sich in der diesjährigen Schwarz-Weiß-Ausstellung
der Berliner Secession befinden, fesseln
die Besucher am meisten die beiden Grabmonumente
des talentvollen Berliner Bildhauers Fritz Klimsch.
Eines davon (Abb. s. S.217) ziert die Ruhestätte Max
Koners, ist in der Erfindung nicht gerade originell,
zeigt aber in der Erscheinung der voll Schmerz zu
dem Bilde des Entschlafenen aufblickenden Liebe
ganz die Anmut und Liebenswürdigkeit, die Klimschs
Schöpfungen immer auszeichnen. Reifer und feiner
ist das in ein Halbrund komponierte Relief a. S. 218.
Der Tod als schöner weiblicher Genius personifiziert,
der dem müden Erdenkind die Dornenkrone aus den
Locken gelöst hat und es vor dem Einschlafen sanft
auf die Stirne küßt. Eine sinn- und gefühlvolle Arbeit
, die alle guten Eigenschaften des 1870 in Frankfurt
a. M. geborenen, aus der Berliner Bildhauerschule
hervorgegangenen Künstlers erkennen läßt. H. R.
/"^ESTORBEN: In Klosterneuburg am 14. Dezember
der Landschaftsmaler Heinrich Otto; in Basel,
siebenundfünfzig Jahre alt, der Architekt und Lehrer
an der Kunstgewerbeschule E. Götz-Willareth ;
am 27. Dezember der Bildhauer Robert Weigl;
in St. Gallen am 28. Dezember, einunddreißig Jahre
alt, der Maler Otto Weniger; in Dresden der
junge Maler Ferdinand Dorsch; am 5. Januar in
Kassel der Landschaftsmaler Emil Neumann, Professor
an der dortigen Akademie; in Leipzig der
Architekt Baurat Arwed Rossbach, einer der
hervorragendsten Architekten Sachsens.
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