Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 223
(PDF, 173 MB)
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-a-ssg}- VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN -

eugen spiro

selbstbildnis

mit kleinen,
leuchtenden
Marinen. —
Für den der
Baslerischen
Kunstzu früh

entrissenen
Hans Sandreuter
bietet
—wenigstens
im Fache des

landschaftlichen
Aquarells
—Theophil
Preiswerk
einigen
Ersatz.
Er ist weniger
breit und
wuchtig als

Sandreuter,
der oft mit
einem einzigen
Strich

das Charakteristische
in

stilmäßiger Vollendung gewann; aber er wirkt ebenfalls
tief, breit, klar, echt bildmäßig, auch noch aus
der Ferne. Burkhard Mangold, ein geschickter
Dekorateur, stellt in satten, festen Farben stimmungsvoll
und zugleich dekorativ wirkende Landschaftsausschnitte
dar, frisch und unbefangen,
d. h. mit Qualitäten, die ihm Käufer
feineren Geschmackes in Menge zuführen
. Max Buri gibt in seinem
»Brienzerseet eine starke Impression
stark und geschickt wieder; Jakob
Wagner malt frisch und flüssig
Gegenden vom Lago Maggiore; Franz
Krausz stellt fleißig studierte, lebendig
erfaßte Jurapartien in Aquarellen
dar; Emanuel Bürgy hat in einer Art
großstrichiger Zeichnungen eine eigenständige
Form zum Ausdruck landschaftlicher
Charakterzüge, speziell zur
Darstellung alter Burgruinen, gefunden;
F. Mock ist ein Aquarellist von kräftigem
, farbig sehr schlichtem Vortrag
(Landschaften und Figuren); Otto
Mähly bringt in Oel und Aquarell
Schweizerlandschaften sehr kräftig,
durchaus unkonventionell heraus, und
Paul Burckhardt kultiviert in Ideallandschaften
— meist in nur zwei Tönen
— ein selten mehr betretenes Gebiet
mit Geschick und Geschmack. Unter
den malenden Damen Basels tritt die
Thoma-Schülerin Maria LaRoche mit
gut gesehenen, in den Farben schlicht
warmen Landschaften hervor, und auch
Gertrud Dietschy interessiert als ein
nach dem Ausdruck einer freieren Eigenartstrebendes
Landschafterinnen-Talent.
In der Plastik nehmen Kleinbronzen
und scharfgefaßte Miniaturbüsten, auch
Terrakotten von Sophie Burger —
Hartmann, der Gattin Fritz Burgers,
hauptsächlich die Aufmerksamkeit in
Anspruch. Das von aller Süßlichkeit
und Weichlichkeit Freie dieser in das
Verständnis der Form mit stets gleicher
Kraft tief eindringenden Künstlerin
macht sie allen Kennern des wahrhaft

Echten immer lieber. August Heer hat eine
kräftige Bauernbüste, Hans Frei, der Basler Medailleur
, eine Reihe Medaillons nach seinen neuesten
Münzen zu zeigen. G.

/^RAZ. Die Weihnachts-Ausstellung des Steier-
märkischen Kunstvereins bringt diesmal vorwiegend
graphische Kunst, und zwar in einer so
außerordentlich sorgfältigen Auswahl von etwa dreihundert
Blättern, daß sie die feinsten Kenner befriedigen
muß. Eine Ausstellung fürs große Publikum
ist dies allerdings nicht, und es bleibt eine
merkwürdige und beachtenswerte Erscheinung, daß
auf hiesigem Boden eine Vereinigung von Kunstfreunden
sich im Ausstellungswesen mit Vorliebe
rein künstlerische und kunsterzieherische Probleme
stellt, während im Verein der Künstler vielfach andere
Tendenzen zum Durchbrach gelangen. Nur eine
kleinere Anzahl hiesiger Künstler, freilich darunter
die hervorragendsten, haben sich dem Kunstverein
angeschlossen, so Alfred von Schrötter, dem
auch das wesentlichste Verdienst an dem Zustandekommen
der gegenwärtigen Ausstellung zukommt.
Das hervorragendste, was sie an Griffelkunst bietet,
dürften außer prachtvollen Blättern von Thoma,
Liebermann, Menzel, Carriere, Shannon,
Stauffer-Bern und Besnard (Die Suite >La
femme«), die Kollektionen Klinger und Greiner
sein. Der erste ist durch eine Anzahl unvergleichlicher
Probedrucke, der letzte durch eine schöne
Sammlung von Lithographien und geradezu einzigen
Handzeichnungen (aus Privatbesitz) vertreten. Die

eugen spiro

doppelbildnis

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