Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 229
(PDF, 173 MB)
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-*-£s£> PETER SEVERIN KROYER C^=^

PETER SEVERIN KROYER »STEN DREWSEN UND BOKKEN LASSON

Bildnissen, die bei Schulte zu sehen waren,
kam das akademische Element in Kroyers
Kunst in wenig erfreulicher Weise zum Ausdruck
. Sie wirkten weder durch die Art
der Auffassung noch durch die Qualität der
Malerei, sondern lediglich durch die geistige
oder körperliche Schönheit der dargestellten
Persönlichkeiten. Die „reinkünstlerische
Schönheit", um einen definierenden Ausdruck
Trübners zu gebrauchen, blieb Kroyer fast
in allen diesen Porträts schuldig. Das hindert
natürlich nicht, daß sie sehr ähnlich
sind. Ein so eminenter Zeichner wie der
dänische Künstler wird nach dieser Seite
niemals eine Enttäuschung bereiten. Aber
es ist in diesen Bildnissen zuviel Oberfläche,
zuviel Pose. Man weiß, daß sich der Dichter
Holger Drachmann (Abb. s. S. 230 u. 231) als
schönen Mann fühlt; aber er ist doch eben
noch etwas anderes. Björnson (Abb. s. S. 233)
stellt in Wirklichkeit etwas Besseres vor als
den strengblickenden Schulmeister. Und auch
das Wesen des Novellisten Sophus Schandorph
(Abb. s. S. 232) dürfte mit der Wiedergabe
des gemütlichen alten Herrn nicht erschöpft

sein. Wer das eindrucksvolle bewegliche
Gesicht von Georg Brandes (Abb. s. S. 238)
kennt, muß erstaunt sein, wie wenig Geist
von Brandes' Geist der Künstler hat hineinlegen
können. Alle diese Bildnisse haben
etwas von den Vorzügen und den Mängeln
einer Momentphotographie, manchmal auch,
wie das Bild, das Holger Drachmann sozusagen
„dichtend", auf einer Gartenbank im
Grünen, von Sonnenflecken überschüttet,
zeigt (Abb. s. S. 231) auch nur die Mängel.
Zur Entschuldigung für den Künstler muß
erwähnt werden, daß die meisten dieser
Bildnisse in den letzten Jahren entstanden
sind, während welcher eine Wandlung mit
Kroyer vorgegangen zu sein scheint, die
seinen künstlerischen Ehrgeiz und seine
Kraft offenbar, vielleicht gewaltsam, gemindert
hat. Er, der einst die grobe Sachlichkeit
so geschickt mit künstlerischen
Reizen zu umkleiden wußte, ist in vielen
dieser Bildnisse, besonders auch in dem
Pastell, das die Brettlgrößen „Sten Drewsen
und Bokken Lasson" (Abb. s. oben) darstellt,
in der Skizze „Diner bei Björnson" (Abb.

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