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DAS KÜNSTLERISCHE IN DER KUNST -C^^
Vi
PETER SEVERIN KROYER
VIBEKE (DIE TOCHTER
DES KÜNSTLERS)««««
die Farbe als „Distanzträger", als Mittel, die
Dinge in ein klares räumliches Verhältnis
zueinander zu bringen, bezeichnete. Was ist
dies aber anders als eine Illusionswirkung in
meinem Sinne? Wenn der Maler auf der Bildfläche
Farbenpigmente nebeneinander aufträgt,
die dem Beschauer die Vorstellung hintereinander
befindlicher Gegenstände suggerieren,
so wird dieser dadurch doch offenbar in eine
Illusion versetzt. Denn er glaubt, bei der
Anschauung des Bildes etwas zu sehen, was
er tatsächlich nicht sieht, wofür ihm die reale
Erscheinung nur eine Anweisung gibt.
Damit ist freilich die illusionistische Wirkung
der Farben nicht erschöpft. Es kommt
dazu die stoffliche Illusion, d. h. die Fähigkeit
des Künstlers, die Vorstellung eines
bestimmten Stoffes, Fleisch, Haare, Wasser,
Wolken u. s. w. durch eine bestimmte Farbe
und einen bestimmten Farbenauftrag zu erzeugen
. Es kommt ferner dazu die Stimmungswirkung
der Farben, die ja auch, wie
ich in meinem Buche ausgeführt habe, eine
Illusion, nämlich eine Gefühlsillusion ist,
u. s. w. Ich weiß wirklich nicht, wie man
alles dies in einen Gegensatz zur Illusion
bringen oder auch nur ohne sie verstehen
will. Das Künstlerische ist doch in allen
diesen Fällen nichts anderes als das, was die
gewollte Illusion mit zwingender Kraft erzeugt.
An dritter Stelle wird das „Verhältnis der
Massen" genannt, die sich in derselben Weise
innerhalb der Gesamtwirkung die Wage halten
müssen (nämlich wie die Farben). Auch hier
möchte ich die genauere Formulierung Hildebrands
vorziehen, wonach die Massen so geordnet
werden müssen, daß das Auge vom Vordergrunde
mit zwingender Gewalt nach dem
Hintergrunde gezogen wird und von den näher
gedachten Teilen des Bildes zu den ferner gedachten
wandernd die Tiefenerstreckung in
die Fläche hinein liest. Und das ist ebenfalls
nichts anderes als Illusion. Denn in
Wirklichkeit sind ja diese Massen keine ku-
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