Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 248
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0284
-^^> VERMISCHTE NACHRICHTEN »C^=^

Bilder die Originalmalerei Dürers noch in recht
guter Erhaltung lag. Nach dieser Erkenntnis gab
es kein langes Zaudern mehr: im Auftrage der
Galeriekommission hat Prof. Hauser mit größter Behutsamkeit
die fremden Zutaten von Dürers Werk
abgenommen, welche die, wahrscheinlich schon zu
Zeiten Kurfürst Maximilians, durch dessen Hofmaler
Fischer geschehene Uebermalung hinzugefügt
hatte; auch sind dabei die durch den Uebermaler
beschädigten Teile wiederhergestellt worden. Daß
in dieser Arbeit nun etwa des Guten zu viel getan
sei: diese Besorgnis ist unbegründet im Hinblick
darauf, daß sich im Germanischen Museum zu
Nürnberg von den Dürerschen Tafeln Kopien befinden
, die, wie urkundlich nachgewiesen ist, der Rat
dieser Stadt durch Jobs Harrich anfertigen ließ, ehe
die Originale dem Kurfürsten Maximilian, der sie
erworben, übergeben wurden. Diese bislang nicht
weiter beachteten Tafeln stimmen mit den Leitner-
schen Tafeln wie auch mit dem bei Abnahme der
Uebermalung herausgekommenen Zustand der Originale
durchaus überein. Und noch eine Ueber-
raschung ist bei der Restaurierung zu tage getreten:
die Rückseite des einen Altarflügels barg eine wundervolle
Madonna, die jetzt, wenn auch an drei Stellen
stark beschädigt, auch wieder herausgekommen ist.

C PEYER. Die Mitgliederzahl des Pfälzischen Kunst-
^ Vereins beträgt nach dem auf der Generalversammlung
jüngst erstatteten Bericht 1547. Die Einnahmen
des letzten Geschäftsjahres beliefen sich
auf 14862 M., in der finanziellen Wirtschaft wurde
ein Ueberschuß von 5160 M. erübrigt. Für 1903 sind
vier Ausstellungen in Zweibrücken, Kaiserslautern,
Speyer etc. geplant.

ERKLÄRUNG

Durch die Zeitungen sind in letzter Zeit Nachrichten
gegangen, daß mit Fälschungen Böcklinscher
Bilder ein großer Handel getrieben werde. Es hat
das aus unserem Leserkreise Anfragen zur Folge gehabt
, wie es sich mit diesen Behauptungen verhalte:
wir stellen deshalb auf Grund eingehender Sachkenntnis
folgendes fest.

Von einem Handel mit Fälschungen Böcklins ist uns
nichts bekannt. Richtig ist nur, daß im letzten Lebensjahre
Arnold Böcklins der Sohn Carlo auf seines Vaters
Wunsch bei einigen Wiederholungen berühmter
Sujets mitgearbeitet hat. (Siehe auch die Erklärung der
Familie Böcklin-Bruckmann in K. f. A. XVII, Heft 6.)
Es handelte sich dabei nur um folgende Bilder:
„Schweigen im Walde",
„Toteninsel",
„Spiel der Wellen",
„Heiliger Hain".

Diese Wiederholungen hat Arnold Böcklin als
die seinigen anerkannt dadurch, daß er sie, bis auf
das „Spiel der Wellen", welches er in unfertigem Zustande
hinterließ, eigenhändig signierte.

Nie sind neue Motive unter Zuhilfenahme fremder
Mitarbeit entstanden und unter Arnold Böcklins
Namen hinausgegeben. Die Gewissenhaftigkeit der
Familie Böcklin ist in diesem Falle selbst so weit
gegangen, daß Carlo Böcklin nach dem Tode des
Meisters überhaupt keinen Pinselstrich mehr an
Wiederholungen getan hat. Beweis dafür die Tatsache
, daß die Kopie vom „Spiel der Wellen", an
der nur wenig mehr fehlte, unfertig an den Besteller
abgeliefert wurde.

Die Redaktion der „Kunst für Alle"

MAX KLEITER KRITIK

Redaktionsschluß: 24. Januar 1903. Ausgabe: 5. Februar 1903.

Herausgeber: Friedrich Pecht. — Verantwortlicher Redakteur: Fritz Schwärtz.
Verlagsanstalt F. Bruckmann a.-g. — Druck von Alphons Bruckmann. Sämtlich in München.


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