Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 282
(PDF, 173 MB)
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L. W YCZO LKOWSK I

Polnische Künstler-Vereinigung »Sztuka«

DOPPELBILDNIS

BILD UND RAHMEN

Die ursprünglichste Umrahmung von Werken
der bildenden Kunst waren jene Architekturbestandteile
, welche die Fresken untereinander
verbanden und gegeneinander abschlössen
.

KONSTANTY LASZCZKA EINE BÄUERIN

Mit der Loslösung der Freske von der
Wand, d. h. mit dem Aufkommen des Staffelei-
bildes trat das Werk der bildenden Kunst
aus dem architektonischen Zusammenhange
heraus. Es isolierte sich und mußte nun
gegen die jeweilige Umgebung, in welche es
versetzt wurde, abgeschlossen werden, mußte
zusammengefaßt werden. Die Architekturbestandteile
, in deren Verein das Bild als
in den Innenraum eingegliederte Freske
gewirkt hatte, mußten sich nun gesondert
weiterentwickeln, mußten, aus diesem Verbände
losgelöst, als einzelne Rahmen der
einzelnen Bilder selbständige Bedeutung gewinnen
.

Mit der Ausbreitung des künstlerischen
Interesses und mit dem stetigen Zunehmen
des allgemeinen Wohlstandes zu Beginn der
Neuzeit eroberte sich die bildende Kunst
als Staffeleibild außer den Hallen der Kirchen
und den Sälen öffentlicher Profanbauten noch
die Prunkgemächer adeliger Paläste und vornehmer
Patrizierhäuser. Mit ihren Rahmen
brachten also die einzelnen Werke Teile
jener Architektur in das Privathaus, mit
welchen zusammen sie früher als Fresken
die Räume öffentlicher Gebäude geschmückt
hatten.

Seinen selbständigen architektonischen Cha-

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