Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 293
(PDF, 173 MB)
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-sr4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN -C^s^

Weiter sind unter anderen vertreten Philipp Klein,
Robert Breyer, E. Hancke, H. Hübner, L. v. König,
Max Pietschmann. Außer diesen mit Bedacht ausgewählten
Bildnissen enthält die Ausstellung eine
Auswahl japanischer Farbenholzschnitte und eine
Folge von Lithographien Fantin-Latours, Illustrationen
zu Richard Wagner. — Noch in Aussicht
stehen in der Arnoldschen Kunsthandlung für
März eine Hans Thoma - Ausstellung und dann
sollen ausgewählte plastische Werke deutscher
Künstler folgen. Man darf sagen, daß der genannte
Kunstsalon auch in diesem Winter wieder den
Dresdner Kunstfreunden eine Reihe auserlesener
Kunstgenüsse bereitet hat und daß Herr Ludwig
Gutbier, der nach dem Tode seines Vaters die Kunsthandlung
übernommen hat, deren alten Ruf wohl zu
wahren versteht. Von den sonstigen Ausstellungen
der letzten Monate sei demnächst berichtet. *

1DARIS. Die kleinen Gruppen und Zirkel bringen
* ihre Darbietungen, die Vorpostengefechte der
Frühjahrskampagne, wie man so gerne die Salons
des März und April bezeichnet. Aber man könnte
nicht behaupten, daß dieses Geplänkel sich sehr
blutig ausnimmt. Es ist mehr Manöver-als Kampfstimmung
. Cercle Volney oder l'Epatant, der so
gar nicht epatant ist, die »femmes artistes«, alles
das sind mehr gesellschaftliche Ereignisse, von denen
man in Deutschland keine Veranlassung hat Notiz
zu nehmen. Etwas höhere Erwartungen hegte man
von der Societe Nouvelle de Peintres et de Sculp-
teurs, die Mitte Februar bei Durand Ruel ihre vierte
Ausstellung eröffnete. Es gehört so ziemlich alles
dazu, was uns heute als Pariser Moderne gilt, es
ist jene Gruppe, die sich um Gabriel Mourey als
Präsidenten geschart hat und die vor ein paar Jahren
noch tatsächlich exquisite Kunst bot. Es fehlen

B. BIEGAS DAS BUCH DES LEBENS

B. BIEGAS DIE NACHT

von den Mitgliedern diesmal Frank Brangwyn, Gaston
La Touche, le Sidaner, Thaulow und, was wohl
am meisten zu bedauern ist, Ignacio Zuloaga. Lucien
Simon ist nicht schlecht, aber auch nicht gut vertreten
, Cottet, dessen Büste Meunier ausstellt, wird
von Jahr zu Jahr unerträglicher, Henri Martin ist
auch schon recht manieriert. Ueberhaupt ist der
Gesamteindruck, um mich münchnerisch auszudrücken
, der einer allgemeinen Chic-Huberei. Alles
sieht auf den ersten Blick sehr pikant aus, darf
aber nicht intimer betrachtet werden. Gandara hat
alles eingebüßt, zeigt alle Symptome eines erschreckenden
Niederganges. Blanche gibt ein ziemlich
trockenes Porträt des Komponisten Debussy.
einige zwischen Greuze und Lawrence schwankende
Mädchenbilder und ein paar ebenso oberflächlich
elegante wie unwahre Dinertafeln. Delikat wirken
neben ihm die so überaus schlichten kleinen grauen
Bilder von Georges Griveau. Caro Delvaille, der
im vorigen Jahre mit einem eminent talentvollen
Gemälde, »la Manucure«, debütiert hatte und ganz
das Zeug zu haben schien, nach Helle« und Gandara
mit Ernst und Solidität die Grazie und Leichtigkeit
der Pariserin zu verkörpern, ist heute bereits
der banale ä la Mode-Maler, der bloße Kostümschneider
. Mehr wie schade um ihn. An Plastik
gibt es einiges Erfreuliche: eine schöne Bronze von
Bartholome, die eine Mutter mit ihrem toten Kinde
darstellt, ganz in sich zusammengesunken, eine einzige
verzweifelte Geste des sich krümmenden
Schmerzes, dabei von großer Ruhe. Von Alexandre
Charpentier sieht man eine reizende kleine Terrakotte
, ein fünfjähriges, drollig in seinem holländischen
Babykleidchen trippelndes Mädchen. Der junge, so
liebenswürdige Dejean bringt wieder sein pariserisches
Tanagra und überrascht außerdem durch ein

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