Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 299
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AUS DEM ATELIER WILHELM VON RÜMANNS

WILHELM VON RÜMANN

Von A. Heilmeyer

Für das Verständnis
eines Künstlers
ist es von
großem Interesse,
einen Einblick in
seine Werkstätte
zu gewinnen und
etwas über seine
Arbeitsweise zu erfahren
. Indem wir
das Werden und
Wachsen der einzelnen
Schöpfungen
verfolgen können
, knüpfen wir
dazu ganz andere
Beziehungen an,
als wenn wir dem
fertigen Werke in der Ausstellung mit dem Kataloge
in der Hand gegenübertreten. Die Frage,
was stellt das dar, verstummt bald vor der viel
wichtigeren, wie ist das entstanden. Denn im
allgemeinen kommt bei jeglicher Art der Kunst,
besonders aber in der plastischen, nicht so sehr
der Gegenstand selbst als seine Formgebung
in Betracht. In künstlerisch regen Zeiten entwickelt
sich diese ganz natürlich im Anschluß

WILHELM VON R Ü M|A N N

an die Tradition. Die moderne Plastik scheint in
mancher Hinsicht wieder daran anzuknüpfen;
besonders wird jetzt die Steinbildhauerei gepflegt
. Rümanns Entwicklungsgang weist auf
eine Periode zurück, in der sich individuelle
Eigenart und Begabung am besten in der
Kunst des Modellierens äußerten. Diese
Epoche, deren Richtung vielleicht das glänzende
Beispiel der modernen französischen
Plastik mitbestimmte, wird am besten durch
die Namen Begas, Wagmüller, Diez, Maison
gekennzeichnet. Besonders in Wagmüllers
Schaffen verkörpern sich die naturalistischen
Bestrebungen in anschaulicher Weise. In
seinem ganzen Wesen zeigt sich der ausgesprochene
Typus des künstlerischen Triebmenschen
, der mit leidenschaftlicher Konsequenz
die Probleme seiner Kunst den intuitiven
Eingebungen seines Temperaments
unterwirft. Einem so kühnen, improvisierenden
Talente gab der Modellierton ein Mittel
an die Hand, in dem sich sein Formgefühl
rasch und entschieden äußern konnte. Er
hat deshalb auch in seinen Arbeiten diese
Technik zu blendender Virtuosität ausgebildet.

Um das Schaffen und die Werke unseres
Künstlers recht zu verstehen, muß man

Die Kunst für Alle XVIII. 13. 1. April 1903.

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