Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 301
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-b-4^> WILHELM VON RÜMANN -C^=^

W. VON RÜMAMN ««HAUPTFIGUR VOM

BRUNNEN IN LINDAU

Auge wird befriedigt und unsere Vorstellung
in den Zustand der Ruhe und Kontemplation
versetzt, der so deutlich in Ausdruck und
Haltung des Dichters ausgeprägt ist. Zu
diesem Denkmale gehören auch noch zwei
sitzende Frauengestalten „Die Poesie" (s. S. 302)
und „Die Wissenschaft" (s. S. 304).

Es ist eine allgemein verbreitete Anschauung
, daß das Erhebende an manchen Denkmalen
nur eine Folge der charakteristischen
Darstellung des Gegenständlichen sei. Und
doch lehrt die Erfahrung, daß dieser Effekt
von den realen Faktoren der Formgebung ausgeht
. So wirkt z. B. das Rückert-Denkmal
ganz im beabsichtigten Sinne als eine vollkommen
plastische Lösung, während in ein
paar späteren Werken, dem Robert Mayer-
und Simon Ohm-Denkmal die Behandlung
des gleichen Problems weniger befriedigt.

Freilich hat damals wie auch heute noch
das allgemeine Interesse an der Porträtfigur
alles andere überwogen. Die plastische Darstellung
einesSitzenden mit übergeschlagenen
Beinen ergibt von verschiedenen Standpunkten
aus ein ungünstiges Bild, wenn diese Stellung
auch noch so sehr dem Dargestellten eigen war.

Im Sinne einer Porträtfigur mag z. B. die
Statue Robert Mayers (s. S. 300) freilich ganz
dem Bilde entsprochen haben, wie es im
Gedächtnis der Zeitgenossen des berühmten
Mannes haftete, und wie es ein intimer Freund
desselben, der bekannte Aesthetiker Ludwig
Pfau, der dem Denkmal begeisterte Anerkennung
spendete, schildert: „Sein Mienenspiel
war sehr lebhaft, wie beseelt von erhabener

Ironie____Hände und Arme waren meist in

lebhaft gestikulierender Bewegung, seine Haltung
im Gehen, Stehen und Sitzen war aufrecht
. ..." Rümann hat später nochmals die
gleiche Aufgabe bei dem Denkmal für Simon
Ohm aufgegriffen, das vor der technischen
Hochschule in München steht. Auch hier erweist
sich für die Ansicht von vorn das übergeschlagene
Bein ungünstig. Ein klares einheitliches
Gegenstandsbild ergibt sich erst durch
die Profilansicht. Dagegen ist das Verhältnis der
Figur zum Sockel, überhaupt der tektonische
Aufbau viel besser geraten. Das schöne Relief
an der Vorderseite zeigt, wie Vater Ohm in der
Werkstatt seine Kinder lehrt (Abb. a. S. 314).

Bei all diesen Arbeiten war Rümann zu

W. VON RÜMANN FISCHER
Vom Brunnen in Lindau

301


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