Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 330
(PDF, 173 MB)
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DIE FRÜHJAHR-AUSSTELLUNG DER MÜNCHENER SECESSION<^=^

geschmeidigen angenehmen Technik gibt Leo
Putz wieder einige von seinen schönen figürlichen
Studien im freien Licht und ferner
ein paar stillebenartige Details aus Feld und
Garten, darunter ein besonders zartes Blumenstück
. Hübsche Motive verschiedenster Art:
„Dame vorm Spiegel" (Abb. s. S. 333), kleinstädtische
Straße, Biergarten, Kircheninterieur,
-- alles mit derselben Leichtigkeit malt Nissl.

Mit Bildnisstudien, teils in kühlem, gedämpften
Licht, teilsin sonnendurchleuchtetem
Halbschatten, gibt Adolf Levier Proben eines
kräftigen Talentes (s. S. 332). Eine malerisch
sehr tüchtige, und dabei auch, was das Arrangement
betrifft, außerordentlich geschmackvolle
Leistung ist das Bildnis einer Dame in Promenadetoilette
im Boudoir von derselben geschickten
Hand (Abb. s. S.323). Seine duftige
Koloristik bewährt in einigen Porträts wieder
Korzendörfer (s. S. 337), während L. Kögel
bei einem Bildnis, wie in einer Halbaktstudie,
den Hauptwert auf den ausgeglichenen Ton
und die Führung des Lichtes legt. Die begabte
Dame zeichnet sich ferner durch ein
delikat angelegtes Blumenstück in einer diskreten
Symphonie in Grün und Blaurot aus.
Aehnliche Vorzüge weisen die interessant
beleuchteten Figuren von Kurowski auf
(s.S. 339); auch H. Fürther ist mit einer
„Bildnisstudie" zu erwähnen (Abb. s. S. 333).

Vielleicht nicht ohne Berechnung auf den
pikanten Gegensatz hat man sich für die
Ausstellung eine Gruppe moderner und aller-
modernster Amsterdamer verschrieben. Fein
verblasene Landschaftsstücke von Wiggers,
mehrere von den klaren und festen, dabei
aber doch sehr tonigen holländischen Dorfstücken
von Karsen (Abb. s. S. 331) hängen da
neben den flimmerigen Strand- und Feldbildern
des Pointillisten Hart-Nibbrig; belanglose
, süßliche Blumen- und Landschaftsstudien
von Woermann neben den Bizar-
rerien eines Jan Toorop. Von diesem raffinierten
Barbaren sind nicht weniger als vierzehn
Werke da, vor denen man nicht immer sicher
ist, ob der Autor des Publikums oder seiner
selbst spottet, ohne zu wissen wie. Das poin-
tillistische Mosaik eines kretinen Greisenpaares
„Wächter des Meeres" oder die sonderbare
Dame mit Papagei, die sich „Leben"

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KARL THEODOR MEYER-BASEL

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secessiou

VORFRÜHLING

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