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MÜNCHENER SECESSION: FRÜHJAHR-AUSSTELLUNG <^-*~
EDUARD KARSEN BAUERNHOF
Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession
betitelt, würden so wenig wie das lächerlich
anspruchsvolle Relief eines rudernden Akt
(mit abgeschnittenem Kopf) irgend eine Jury
passieren, kämen die Sachen nicht vom Ausland
. Dagegen kann man einzelnen zeichnerischen
Studien, weiblichen Köpfen mit gelösten
Haaren von dem bekannten Tooropschen
Typus mit verkniffenem Mund und spitzigem
Kinn, die Anerkennung ebensowenig versagen,
wie dem wirklich eindrucksvollen linearen
Einfall, betitelt: „Den Ozean entlang".
(Abb. s. S. 340). Das beste dieser Art ist vielleicht
eine zarte Stiftzeichnung, die das Profil
des Dichters Stefan George in überzartem
Umriß wiedergibt. Auch ein pointillistisch
getüpfeltes Porträt eines Herrn am Schreibtisch
(Abb. s. S. 341) nimmt, auf einige Entfernung
gesehen, Umriß und Gestalt an.
Toorops Aeußeres vermittelt eine Lithographie
von Marie Hoogendyk (Abb. s. S. 339). Von
sonstigen graphischen Arbeiten seien Paul
Neuenborn's treffsicher gezeichneten Eberstudien
(s. S. 334), ein paar neue Lithographien
Karl Bauer's, einige radierte Ex libris von
Alois Kolb (s. nebenst. Abb.), genannt, dann
aber besonders hervorgehoben die Kollektionen
von Louis Legrand (Paris), prächtige Radierungen
in weichem Ton und die, teils gesucht
einfachen, teils sehr lebendig und momentan
erfaßten Impressionen von Eduard Münch.
LESEFRÜCHTE
Die Kunst ist keine Dienerin der Menge.
A. v. Platen
Die Kunst kann niemand fördern als der Meister.
Gönner fördern den Künstler, das ist recht und gut;
aber dadurch wird nicht immer die Kunst gefördert.
Goethe
ALOIS KOLB EX LIBRIS
Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession
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