Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 339
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-sr4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <&^s~

marc v. kurowski in der tür
Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession

GESTORBEN
: In
Hannoveram

22. Februar,
zweiunddreis-
sig Jahre alt,

der niedersächsische
Maler Martin
Börs-
mann; in
Sonnenstein
am 26. Febr.

der Landschaftsmaler
Otto Julius
Göbel; in
Mödling bei
Wien am

23. Februar,
zweiundfünfzig
Jahre alt,
der Bildhauer

und Maler
L. Gloss;
in Wien, drei-

undachtzig
Jahre alt, der
Tier- u.Landschaftsmaler
Ed. Mahlknecht
;
ebenda der
Maler Vikt.
Stöger; in

Rom am 5. März der Bildhauer Giulianotti; in
Petersburg am 7. März, sechzig Jahre alt, der
Schlachtenmaler Pawel Kowalewski; in Malakoff
der französische Medailleur Franq. Jos. H. Pons-
carme.

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

DERLIN. Im Künstlerhause scheint das Bestreben,
die Teilnahme des Publikums für die dort stattfindenden
Ausstellungen wieder zu gewinnen, dieses
Mal dauerhafter zu sein als in früheren Jahren.
Man führt sogar schon Arbeiten englischer Maler
vor. Ziemlich unbekannt ist in Berlin von diesen
noch der interessante Gerald F. Moira. Er gehört
zum Präraffaeliten - Nachwuchs, hat aber in
seinen Bildern die dekorativen und malerischen
Qualitäten, die man an den Werken der Schotten
und Brangwyns schätzen gelernt. Seine hier vorhandene
»Königstochter«, die, aus ihrer Heimat
entführt, in ihrem königlichen Gewände händeringend
zwischen Dornen und Disteln sitzt, während die
Frauen und Töchter der feindlichen Machthaber, ihr
sichtbar, auf einem Hügel vor der Burg fröhliche
Feste feiern, ist freilich so ästhetisch und wohlerzogen
betrübt wie alle präraffaelitischen Damen,
aber ihr Gewand, worin Grau, Gelb und Blau in
dumpfen Tönen gemischt sind, gibt mit dem frischen
Grün der Landschaft, den roten Burgdächern und
den hellen Kleidern der Fröhlichen eine wunderbar
wohllautende Harmonie. Auch W. Orpen ist hier
noch unbekannt. Er erinnert, obgleich er ein besserer
Maler ist, an den Deutschengländer William
Rothenstein und ist wie dieser durch Whistler angeregt
. Er hat den Maler Aug. John fast genau in
der Stellung von Whistlers Carlyle im Paletot und

Hut gemalt, als Hintergrund aber einen Kamin gewählt
, dessen rote Ziegel in das schwärzliche Grau
des Bildes eine warme Note bringen. Sehr sympathisch
ist auch ein Selbstporträt; der Maler, den
Paletot auf dem Arm, den Strohhut in der Hand,
im dunklen Anzug und mit einer fliederfarbenen
Krawatte vor einem grauen Hintergrund stehend.
Der Mangel an Selbständigkeit in den Bildnissen
ist klar, aber diese Kunst macht durch ihre bescheidene
Vornehmheit und das ersichtlich große Können
des jungen Malers dennoch einen höchst angenehmen
Eindruck. In dem Halbakt eines auf dem Boden
tot oder verwundet liegenden »Rebellen« findet
man die gleichen Vorzüge. Trotz der mäßigen
Größe dieser Bilder ist die Malerei erfreulich breit.
Ungleich frappanter, allerdings aber auch weniger
fein als die auf Ton hingemalten Bilder Orpens
wirkt eine große Freilichtschilderung vonH.S.TuKE,
der darin, wie öfter schon, »Badende an einem Fluß«
zeigt. Prächtig ist der im Vordergrund befindliche
Rückenakt eines zum Sprung in den Fluß ansetzenden
jugendlichen Mannes gelungen. Drei in einem
Kahn sitzende ausruhende und zuschauende Jünglinge
sind wie jener Mann mit guter Beobachtung
in die sonnige Landschaft hineingesetzt. Stanhope
Forbes' »Steinfuhre« — ein mit Doppelgespannen
mühsam forbewegter, von dem daneben schreitenden
Kutscher begleiteter Karren in einer abendlichen
Landschaft ist ein schönes Beispiel für
die ernste Kunst dieses bedeutenden englischen
Realisten. Von den ausstellenden Landschaftern
fesselt am meisten W. Ayerst Ingram, der einen
in reiner und meisterhafter Aquarelltechnik gemalten
»Winter in Falmouth« — Stadt und Hafen verschneit
— zu zeigen hat. Neben ihm wären noch Ch. Conder
und Ph. W. Steer als tüchtige Landschaftsmaler
zu nennen. R. W. Allans »Marine« ist ein
gar zu trockenes Stück. G. P. Jacomb-Hood gibt
sich bei aller Süßlichkeit in der Darstellung eines

marie hoogendyk bildnis

jan toorops

Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession

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