Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 406
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0456
-sr^£> BERLINER SECESSION *C^^~

hans baluschek musikus

Aasstellung der Berliner Secession

Leben auf den Dörfern um Berlin zu schildern
sucht, imponiert, obschon man wünschen
möchte, daß seine Bilder, unter denen die
nach getaner Arbeit an Weißbier und Schnaps
sich erquickenden Leichenträger (s. S. 407)
wohl am meisten gelungen sind, weniger
hart in der Farbe wären. Aber hier entwickelt
sich etwas. Paul Baum's schon
ältere „Schneelandschaft" ist eine der hervorragendsten
Leistungen, die unter dem
Einflüsse Monets in Deutschland geschaffen
worden sind. Und seine beiden anderen Naturschilderungen
(eine „Frühlingslandschaft"
s. S. 413) zeigen ihn auf guten Wegen. Die
beiden begabten Berliner Maler Baluschek und
Brandenburg kommen leider nicht mehr recht
weiter. Immerhin bleibt Baluscheks „Musikus"
(Abb. obenstehend) mit der Mohnblüte im
Munde, nachdenklich und müde unter einem
Baum gelagert, ein erwähnenswertes Werk.
Mit guten Arbeiten fallen ferner Ulrich Hübner
— Stilleben und Landschaft (s. S. 415) -
Heinrich Hübner und die Landschafter Hans
Fritsch und Ernest Krauss auf. Strathmann
gibt in einer „Kleopatra", dem „Ibykus" und
den „Musikanten im Schnee" wieder schöne
Beweise seiner eigenartigen Kunst. Th. Hum-
mel's „Büßerin" gehört zu dessen bekannten
und geschätzten Arbeiten. Dagegen ist der
hier oft so glänzend vertreten gewesene
Schlittgen mit seinen zwei Bildern dieses

Mal ganz in der Illustration stecken geblieben.
Die Worpsweder wiederholen sich nur, und
der deutsche Neoimpressionismus ist durch
Kurt Herrmann und Ch. Rohlfs verhältnismäßig
dürftig vertreten.

(Ein zweiter Aufsatz folgt.)

KLEINERE AUSSTELLUNGEN

DOM. >LXXIII. Esposizione di Belle Arth. Der
**• Wahrheit die Ehre: unser diesjähriger »Salon
(euphemistisch gesprochen) verdient alle Beachtung
. Von den circa tausend ausgestellten Werken
kommen wohl hundertundfünfzig auf Ausländer,
unter denen, wie immer, die Spanier, dann Russen,
Oesterreicher und diesmal ganz besonders die
Deutschen gut vertreten sind. Von den Italienern
erwähnen wir kurz Coriolano Vighi
mit duftigen Pastellandschaften, Sassi mit großartigen
Campagnabildern, Grosso mit einer Nonne
im Mondschein, Mancini mit seinen brutal gewaltigen
Porträts, Valli mit flotten Skizzen aus Abes-
sinien, Genesti mit einem brillanten Lichteffekt,
dann die römischen Aquarellisten Coleman, Joris,
Pontecorvo, Poveda und die Bildhauer Buemi,
Bistolfi, Prini, letzterer mit einer allerliebsten
Bronze Kindergeheimnis-. Dem 1902 verstorbenen
Maler Castelli, sowie den Malern Bompiani und
Bazzani, dem Nippesfabrikanten Barbella und dem
gänzlich unbekannten Sbricoli sind Extrasäle eingeräumt
. Ein vortreffliches Bildchen aus Marokko hat
der Spanier Benlliure, dessen Sohn sich gleichfalls
mit einem gelungenen Selbstbildnisse betätigt; dann
ist von Spaniern noch Serra mit einem Tramonto
aus den Pontinischen Sümpfen, und BANULSmit einer
impressionistischen, aber flotten Atelierskizze da.
Sehr Tüchtiges bringen die Russen: Glicenstein

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