Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 430
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«sr^ö- DIE GROSSE BERLINER KUNSTAUSSTELLUNG -C^=^

jean forain

Ausstellung der Berliner Secession

hinter den coulissen

Öffnung der Moabiter Ausstellung unfertig.
Es ist nicht anzunehmen, daß sie den allgemeinen
Eindruck der Veranstaltung wesentlich
beeinflussen werden. Hoffen möchte man
aber, daß das in diesem Jahre begonnene
Werk, die Große Berliner Kunstausstellung in
ihrem Einfluß auf das Berliner Kunstleben zu
heben, in den nächsten Jahren mit frischen
Kräften und noch größerer Ueberlegung fortgesetzt
werde.

VON KLEINEREN

AUSSTELLUNGEN

CTRASSBURG. Endlich einmal eine wirkliche
^ ernsthafte Kunstausstellung, von den Künstlern
selbst ins Werk gesetzt, und wohl zu unterscheiden
von den gleichfalls Kunstausstellung benannten
Veranstaltungen der Amis des Arts, wo das
Tüchtige stets erdrückt ward von einer ungeheueren
Uebermacht mittelguter Marktware und dürftigster
Dilettanterei. Im Rohanschen Schloß, einem feinen
Rokoko-Bau, sind mit Hilfe geschickter Einbauten
die Bilder, Skulpturen und das Kunstgewerbliche
nicht nur im einzelnen zur Geltung, sondern auch
zu guter Gesamtwirkung gebracht. Die Absicht war
diesmal, ein möglichst vollständiges Bild der Straßburger
Kunst zu geben. Nur Straßburger sind zugelassen
worden, diese aber nicht nur mit ihren

neuesten, sondern auch mit älteren Arbeiten. Der
Katalog verzeichnet fünfundvierzig Namen und
mehr als dreihundert Nummern. Ein besonderer
Straßburger oder auch nur elsässischer Gesamt-
und Grundton ist, außer im Stofflichen, nicht wahrzunehmen
. Von den bedeutenderen Ausstellern haben
die meisten ihre Lehrjahre in München, einige in
Paris zugebracht. So ist elsässisch meist nur
der Gegenstand, während die künstlerische Ausdrucksweise
in manchen Fällen französisch, in den
meisten deutsch genannt werden darf. Der Durchschnitt
ist tüchtig, und es hätte wenig Sinn, viele
Namen aufzuzählen und Zensuren auszuteilen. Man
kennt die Porträts Leon Hornecker's, der den
ungewöhnlichen Weg von subjektivem malerischen
Vortrag zu peinlicher, Wesentliches vom Unwesentlichen
nicht scheidender Treue gegen das
Modell zu gehen scheint; man kennt auch die
reizvollen Architekturbilder Koerttge's und die
an sich sehr feinen, aber in ihrer Verwendung an
Schranktüren und Stuhllehnen zum Widerspruch
herausfordernden Marqueterien Spindler's. Neu
und technisch interessant sind seine Aquarellmalereien
auf Mörtelgrund: lustige Tanzbilder von hellster,
heiterster Farbe. Auch sonst heben sich noch einige
Künstlergestalten scharf heraus. Ein ganz feiner
Kolorist ist Emil Schneider. Wie raffiniert sind
in seinem meisterlichen Selbstbildnis die wenigen
Farben zusammengestimmt! Auch seine pariserischen
Skizzen haben über das Gegenständliche
hinaus stets den Reiz einer besonderen Farbenstimmung
oder einer scharf erfaßten Bewegung.
Französisch in seiner Technik (man denkt gleich

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