Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 437
(PDF, 173 MB)
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VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN -C^=^

NICOL. FRIEDRICH
ZIMMER BRUNN EN «

Recht farbig ist Viktor
Gilsoul in drei landschaftlichen
Motiven aus,
Brügge und Sluis, die
wertvollste Stimmung in
seinen Gemälden, die
übrigens alle auf eine
große Erfahrung und ein
eminentes Geschick dieses
tüchtigen Landschafters
schließen lassen, trifft
Gilsoul in einer entzückenden
»Mondnacht«.
Fr. Courtens brilliert
diesmal mit einer figürlichen
Darstellung »am
Morgen«, eine frische,
naturwahre, grüne Landschaft
aus Brabant bringt
P. Mathieu, dann bemerken
wir vorzügliche
Arbeiten von Verheyden,
Rosseels, Alice Ronner
, Frederic. Ein kleineres
Sälchen ist den
Brüsseler Aquarellisten
zur Verfügung gestellt,
hier treffen wir die alten
Bekannten Henri Cas-
siers, Stacquet, Uyt-
terschaut mit feintoni-
gen Landschaften, Ketty
Gilsoul mit ihren lustigen
, farbenfrohen Blumenstücken
. Der Bildhauer V.
Rousseau hat eine
reizende Marmorbüste
dieserKünstle-
rin ausgestellt. Auch
die übrigen Bildhauer
wie Rodin,
DeVigne, Dillens,
Lagae, Vincotte
sind zumeist mit
Porträtbüsten vertreten
. H. Oe.

Berliner
Secession

CTUTTGART.^ Zu unseren verdienstvollsten Ver-
^ anstaltungen auf dem Gebiete der bildenden
Kunst gehören zweifellos die Ausstellungen, die
in den Sälen der kgl. Kupferstichsammlung aufgestellt
und gewöhnlich fast ein Jahr lang zu sehen
sind. Die letzte, vor etlichen Wochen geschlossene
Ausstellung war den Meistern Hans Thoma und
Max Klinger gewidmet und brachte namentlich
von letzterem ein überaus reiches, erschöpfendes
Bild seines künstlerischen Schaffens. Nach kurzer
Zeit dann erfolgte in denselben Räumen die Eröffnung
einer großen und reichhaltigen Ausstellung
von Originallithographien, die sämtlich dem Besitze
der hiesigen Kupferstichsammlung entnommen sind.
Die Kunst der Steinzeichnung und des Steindrucks
hat in Süddeutschland wohl ihren Hauptsitz in Karlsruhe
gefunden und ist von dort aus durch die bekannten
Berufungen der Herren Kalckreuth, Grethe
und Pötzelberger auch nach Stuttgart verpflanzt
worden, wo an der Akademie der bildenden Künste
eine Werkstätte für Originallithographie eingerichtet
worden ist. Wenn wir nun auch persönlich der
Meinung sind, daß in der Betätigung dieses graphischen
Kunstzweigs mitunter etwas zu viel des Guten
geschieht, indem gewisse »Einfälle«, welche diese
Bezeichnung kaum noch verdienen, besser unrepro-

duziert blieben — in Karlsruhe hat man dafür bekanntlich
den Ausdruck »Lithographitisi erfunden —
so muß andrerseits gerechterweise zugegeben werden,
daß auf diesem Gebiete, sowohl in eintöniger als
farbiger Lithographie, ganz prachtvolle Blätter geschaffen
worden sind, die als gediegener Zimmerschmuck
einen Fortschritt bedeuten und namentlich
solchen Leuten empfohlen werden können, denen
ihre Mittel den Ankauf von Gemälden nicht gestatten.
Und solche Blätter weist unsere Ausstellung, die
etwa zur Hälfte aus Werken Stuttgarter Künstler
besteht, eine stattliche Anzahl auf. In erster Linie
möchten wir Otto GREiNER-Leipzig nennen und
zwar gefallen uns seine mit so verblüffender Kraft
und Charakteristik herausgearbeiteten Porträtstudien
besser, als seine phantastischen Motive. Auch die
Franzosen Lunois und Riviere sind mit einer
großen Anzahl Blätter vertreten, so ersterer unter
anderem mit seinem »Ballett« und »Menuett«, diesen
zart und duftig, wie hingehaucht wirkenden und so
lebensprühenden Bildern, letzterer vor allem mit
einem sehr stimmungswahren abendlichen Seinebild
von Paris. Von den Münchnern ist R. Schiestl
da mit einer ganzen Reihe Blätter seiner markigen
kraftvollen Kunst, von Weimar Olde, von dem uns
sein Porträt des Dichters Liliencron besonders interessiert
, Berlin ist durch Kampf, Skarbina, Kallmorgen
u. a. m., Frankfurt durch Steinhausen,
Karlsruhe durch Kampmann, Hein, H. v. Volkmann
u. a. m. bestens vertreten. Nennen wir noch

alexander oppler bildnisbüste
Ausstellung der Berliner Secession

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