Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 494
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«^s^> SÄCHSISCHE KUNSTAUSSTELLUNG IN DRESDEN <^=^

GEORG KOLBE

Sächsische Kunstausstellung: in Dresden

SCHERZO

Satire des Simplicissimuszeichners nicht zu
finden gewöhnt sind. Auch Strathmann's
großes dreiteiliges Aquarell „Krönungszug"
(s. S. 495), in dem sich grotesker Humor und
dekorative Stilistik in eigenartiger Weise
mischen, nimmt unser Interesse lebhaft in
Anspruch. In merkwürdigem Gegensatz hierzu
stehen die Bilder des Ludwig Richter-Schülers
Paul Mohn („Prozession" s. S. 503). Curt
Stöving bietet Ungleichartiges in seinem
böcklinisch gestimmten, süßen Tanzlied und
dem herberenTemperagemälde„VonderGüte".
Echter ist die Poesie Horst-Schulze's, der
seinen Parzival auf stolzem Schimmel durch
den träumerischen Abend dahinreiten läßt. Ein
zweites Bild von ihm betitelt sich „Mondespracht
" (Abb. s. S. 502). Von zahlreichen
Bildnissen sind hervorzuheben: Paula von
Blanckenburg's farbig fein gestimmtes Porträt
ihrer Schwester (s. S. 490), ferner Hildegard
von Mach's Kinderbildnis, das charakteristische
Bildnis Hermann Prelis von Mogk
(s. S. 507), ferner Bildnisse von Pepino (s.
S. 509), Leon Pohle (das bekannte vornehme
Porträt des Reichsgerichtspräsidenten von
Simson aus dem Leipziger Museum), Herm.
Behrens (s. S. 508), Walter Witting (Bildnis
Gjellerups) und RöBBECKE-Berlin (Selbstbildnis
). Als Interieurmaler steht Max Stremel
in erster Linie: in den Blumenstücken hat er
die höchste Pracht und den Glanz der Farbe

gegeben; ungemein intim und stimmungsvoll
ist ein „Gelbes Zimmer", und das in zerlegten
Farben gegebene Figurenbild „Patience" zeigt
in der feinen Farbenharmonie von Schwarz,
Rosa und Grün, in der stilistischen Linienführung
und der gehaltvollen Ruhe des Ganzen
die bedeutsamen Fortschritte, die der
Künstler noch immer macht. Stremel hat
sich die Errungenschaften der französischen
Impressionisten und Neoimpressionisten am
selbständigsten und freiesten zu eigen gemacht.
In den gleichen Pfaden wandelt Paul Baum
(s. S. 502), indes für die klare Luft Süditaliens
ist diese Technik ganz unpassend, während sie
für Knocke sur mer mit dem feuchten dunstigen
Klima als ganz angemessen erscheint. Sehr
geschickt, wenn auch nicht ganz einwandfrei,
ist in der gleichen Weise Bertha Schrader's
„Fliederzeit im Palaisgarten" gemacht.

Die graphische Abteilung, die sich an den
großen Saal in drei Kabinetten anschließt,
läßt leider die vier bedeutendsten sächsischen
Griffelkünstler Max Klinger, Otto Greiner,
Otto Fischer und Georg Lührig vermissen;
auch Erler und Kolbe fehlen ihr. Dafür sind
aber Th. Th. Heine und Bruno Paul mit
einer ausgewählten Sammlung ihrer besten
satirischen Erfindungen vertreten (s. S. 500
u. 501); von Hans Unger sehen wir das
wundervoll fein gezeichnete Original des Plakates
der Ausstellung (s. S. 489), das in der

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