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-*^£> SÄCHSISCHE KUNSTAUSSTELLUNG IN DRESDEN <&£^
Grabfigur einen stimmungsvollen Unterkunftsraum
gefunden hat. Gegenüber steht Hans
Hartmann-Maclean's monumentale bronzene
Türe mit Reliefs, die er im Auftrage der
Tiedge-Stiftung für die Dresdener Jakobikirche
geschaffen hat, flankiert von den beiden
großen Gemälden „Zum Kampf" von Sascha
Schneider (s. S. 504) und „Scherzo" von
Georg Kolbe (s. S. 494), die einander an
Schwächen und Vorzügen so ziemlich die Wage
halten. Hier steht auch Hermann Prell's,
des zur Plastik übergegangenen Malers, marmorne
Aphrodite.
Von den plastischen Werken der Ausstellung
seien schließlich noch erwähnt: eine
ansprechende Doppelbildnisbüste von Hösel
(s. S. 505), Friedrich Offermann's charakteristische
„Lorelei", Felix Pfeifer's liebliche
Marmorgruppe „Erste Liebe" (s. S. 508), zwei
treffliche Bildnisbüsten Karl Wörmanns und
des Staatsministers von Metzsch von Walter
Sintenis, August Schreitmüller's farbige
Holzskulptur „Die Nonne", sowie zahlreiche
vortrefflich durchgeführte Plaketten von Paul
Sturm in Leipzig, der von jeher gerade auf
diesem Gebiete eine besondere erfolgreiche
Tätigkeit entfaltet hat.
Paul Schumann
GEDANKEN ÜBER KUNST
Ich finde es impertinent, daß ein anderer, weil
er ein paar Taler zu vergeben hat, mir sagen kann,
jetzt machst du das und das läßt du sein.
Moritz von Schwind
(1856 in einem Brief an Schaedel)
*
Wer es weit bringen will in der Malerei, muß
arbeiten, ob es ihn freut oder nicht. Morgens, mittags
und abends, bis in die Nacht hinein; denn es
ist kein Spiel, sondern harte Arbeit, die er zu treiben
hat. Joshua Reynolds
*
Was man mit größtem Eifer erstreben und mit
dem größten Aufwand von Arbeit und Studium im
Schweiße seines Angesichts zu erreichen suchen soll,
ist dasjenige, daß, was man mit allergrößter Mühe
schafft, so aussehe, als wäre es schnell, fast ohne
Anstrengung, ja mit größter Leichtigkeit hingeworfen.
Michelangelo
alfred schmidt abendfrieden
Sächsische Kunstausstellung in Dresden
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