Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 545
(PDF, 173 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0603
sr^)- DIE JAHRES-AUSSTELLUNG IM MÜNCHENER GLASPALAST <^^-

namentlich die nordfriesische Wohnstube mit
der blitzblau angestrichenen Holzvertäfelung
und dem roten Möbelgerät. Man denkt da
unwillkürlich an die liebevolle Durchführung
der alten Kölner Meister.

Ein frisches Mädchenbildnis bringt, außer
zwei für seine heimische Natur charakteristischen
Landschaften, Hans Feddersen, desgleichen
Hans OLDe, ein tiefgetöntes Interieur
, von Figuren belebt, in gutem Farbenarrangement
A. Mohrbutter.

Durchwegs solides Können zeigt der Frank-
furt-Cronberger-Künstlerbund. Vier zum Teil
größere Landschaften brachte dort R. Gudden.
Seine sonnenbeleuchtete Zigeunerstraße in
Jimena ist von prächtiger Farbenwirkung.
Auch Paul Klimsch muß als trefflicher
Tiermaler in dem Bilde „Feldarbeit" mit an
erster Stelle genannt werden
. Unter den Werken der
Künstlervereinigung Apelles
befindet sich manch gute Arbeit
. In großzügiger Anordnung
, ausdemVollenheraus-
geschöpft, ist das aufsteigende
Gewitter von Franz
Bunke. Die schottischen
Künstler nehmen einen
breiten Raum ein. Die elegische
Hochlandspoesie mit
kräftigem, vollem Pinsel in
den feinsten Nuancen aus
der Natur herausgeholt,
kennen wir nun schon seit
Jahren, und es ergeht einem
mit dieser wie mit den holländischen
Bildern, man
glaubt, sie schon gesehen
zu haben. Hiezu kommt
noch, daß die Männer des
Hängens sich nicht gerade
viele Mühe gegeben haben,
die tödliche Langeweile in
etwas zu mildern. Eine Erfrischung
bietet immerhin
noch der humoristische
Hochlandspfeifer von Arth.
Macdonald, jedoch die
besten Künstler fehlen: Guthrie
, Lavery, vor allem
Brangwyn, um nureinigezu
nennen. Bei Sandreuter,
dessen Nachlaß ein ganzer
Saal aufgenommen, muß ich
auf die Werke selbst hinweisen
, da dieses Künstlers
Schaffen, in den Bahnen
Böcklins, nicht in einigen

Zeilen erschöpft werden kann. Die Düsseldorfer
treten in zwei geschlossenen Gruppen
auf, in beiden ist Gutes und Minderwertiges
gemischt. Das kraftvolle Porträt eines holländischen
Herren (Abb. s. S. 544) von Ludwig
Keller würde dominieren, wenn es einen vorteilhafteren
Platz gefunden hätte. Statt Feld-
mann's religiöse Bilder möchte man lieber
sein Vorbild Ed. von Gebhardt sehen. Ganz
eminentes Können verrät Franz Kiederich
in dem alten Schwerenöter. O. Achenbach's,
Fritz v. Wille's Leistungen kennt man bereits.

Unter den Württemberger Künstlern kommt
Herm. Pleuer nicht über die Variationen
seiner Eisenbahnen und deren Bediensteten
hinaus, vielmehr sucht er sich ganz mit seiner
etwas wilden Technik, jedoch mit Temperament
auf dieses Industriegebiet zu verlegen.

PHILIPP KLEIN

ALISSA

Jahr es-Ausstellung im Münchener Glaspalast

nie Kunst für Alle XVITI.

545

69


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