Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 7. Band.1903
Seite: 558
(PDF, 173 MB)
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-sr«s^> KUNSTLITERATUR

KUNSTLITERATUR

Dr. D.Joseph, Geschichte der Baukunst
vom Altertum bis zur Neuzeit. Ein Handbuch.
(Berlin, Bruno Heßling. Zwei Bände mit 773 Abbildungen
. 18 M., gebunden 20 M.).

Die beiden vorliegenden Bände behandeln noch
nicht die Baukunst des neunzehnten Jahrhunderts.
Dieser ist der dritte Band eingeräumt, der auch ein ausführliches
Literaturverzeichnis und ein Verzeichnis
der technischen Ausdrücke bringen soll. — Ein Buch
zur Lektüre ist die Josephsche Geschichte der Baukunst
nicht. In programmatischer Weise wird die
unendliche Fülle von Baustilen und Bauwerken
vieler Zeiten und Völker einer entwickelteren Kultur
mehr schematisiert als charakterisiert, die Werke
werden weniger gewürdigt als aufgezählt. Man könnte
das Werk eine Geschichte der Baukunst im Diktatoder
im Telegrammstil nennen. Da steht z. B. »Die
deutsche Renaissance beginnt mit 1530, der Zeit
der Einführung der Dekoration norditalienischer
Frührenaissance und dauert, rund gerechnet, bis zum
Jahre 1620«. So mag einem Schüler vorm Examen
die Geschichte in Zahlen eingepaukt werden — aber
die Genesis der Kultur und Kunst läßt sich nicht
mnemotechnisch erlernen. — Trotz jener, dem Verfasser
sicherlich bewußten Mängel, wird die Josephsche
Geschichte der Baukunst von Seiten aller praktischen
und beschaulichen Kunstfreunde vielfach
begehrt werden. Sie orientiert ausgezeichnet schon
deshalb, weil sie ein so reiches Abbildungsmaterial
bringt wie kein anderes zusammenfassendes Handbuch
des ganzen Gebietes der Architektur. Es ist

peter pöppelmann

Jahres-Ausstellung im Münchener Glaspalast

sehr bemerkenswert, daß wir hier nicht nur die fast
in jedem kunstgeschichtlichen Handbuch wiederkehrenden
, stereotyp gewordenen, Abbildungen finden,
sondern daß hier wirklich der ganze Reichtum baukünstlerischen
Schaffens im Bilde vorgeführt wird.
Fast jede Seite bringt eine große gute Abbildung.
Und endlich führt uns einmal dieses Werk auch
zu Architekturen, die wir nur zu wenig bisher beachteten
. Hier wird uns doch durch viele Bilder
auch eine Vorstellung des architektonischen Geschmackes
in England und Frankreich, im Lande
der Inder und der Perser und der Sassaniden und
anderer Völker gezeigt, wie wir es uns sonst nur
durch die Spezialwerke etwa Gurlitts oder Muthesius',
oder Chipiez' oder Grünwedels entwerfen können.
So wird das vorläufig leider nur zweibändige Werk
Josephs wegen seiner Fülle von Abbildungen jungen
und alten Freunden, Kennern und Schöpfern der
Kunst trotz seines, nur zum »Nachschlagen« geeigneten
Textes ein sehr willkommenes Handbuch
es wird ein noch willkommeneres Illustrationswerk
für jeden über Architektur Lesenden und Nachdenkenden
sein. Möchte recht bald der dritte Band
erscheinen. e. w. b.

Ludwig von Sybel. Weltgeschichte der
Kunst im Altertum. Grundriß. Zweite, verbesserte
Auflage. Mit drei Farbtafeln und dreihundertachtzig
Textbildern. (Marburg, N. G. Elwert-
sche Verlagsbuchhandlung, 10 M., gebd. 12 M.)

Kunstgeschichten und kein Ende! Es gibt deren
nun wirklich vorläufig genug in Deutschland, und
wenn auch die eine einen unwiderleglichen Vorzug
vor der andern haben mag. Der Historiker darf

sich über das Erscheinen so
vieler mehr oder weniger populärer
Kunstgeschichten gewiß
wundern. Man darf es ihm
schon deshalb nicht verargen,
daß er deren Wert skeptisch
beurteilt, als er doch weiß, wie
sehr gerade jetzt die kunstgeschichtliche
Forschung, die
ästhetische Beurteilung fluktuieren
. Bei weitem willkommener
als solchekompilatorischeWerke
sind uns deshalb jetzt Werke,
die — natürlich nur auf engerem
oder engstem Gebiete — eigene
und neue, fruchtbare Anschauung
geben, wie etwa Wölfflins
treffliches Werk »Klassische
Kunst«.— Sybels nun in zweiter
Auflage erschienener Grundriß
der alten Kunst hat den
Vorzug, reich illustriert zu sein,
und die Nebeneinanderstellung
der zeitlich etwa gleichzeitig geschaffenen
Kunstwerke, seien
sie nun in Aegypten entstanden
oder Zeugen echt griechischer
Kunst, fördert den weiteren
Blick, den gerade eine griechische
Künstlergeschichte sehrbeeinträchtigen
kann.Vor Springers
mit Recht berühmtem Handbuch
der Kunstgeschichte hat
dieser Sybelsche Grundriß den
Vorzug, nicht nur weit ausführlicher
zu sein, sondern auch
durch eine Fülle von Nachweisen
über die Literatur recht gut zu
orientieren. e. w. b.

reigen

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