http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0620
-*-s^> KUNSTLITERATUR -Cö^
Künstlern geraten werden und für viele von großer
Bedeutung sein mögen. Wie Böcklin seine malerischen
Wirkungen erzielte, dürfte ebenfalls interessant
sein. Alles in allem ist in dem Buche so viel gegeben
, daß ein jeder Maler Nutzen für seine Tätigkeit
daraus ziehen kann. f. W.
Max J. Friedländer. Die Brügger Leihausstellung
von 1902. (Berlin, Georg Reimer, 1903.
M. 1.60.)
Ein Tafelwerk über die Brügger Ausstellung,
das von den dort gezeigten Bildern alle kunsthistorisch
wichtigen in Abbildungen bringt, hat
Friedländer im Verlag von F. Bruckmann in München
erscheinen lassen.*) Die hier angezeigte Schrift
gibt zum großen Werk die Ergänzung. Im großen
Werk konnte nur das Resultat der kritischen Untersuchung
gegeben werden. Hier begleiten wir den
Verfasser auf dem kritischen Weg, nehmen teil an
seinen Zweifeln, schauen seinen gelegentlichen
Seitensprüngen zu. Er ist auf diesem Wege, dessen
Richtung nicht leicht zu finden war, ein belehrender
Führer und, soweit die behandelte Materie es zuläßt
, ein unterhaltender Erzähler, der mit treffenden
Beiworten die Künstler charakterisiert und in
deutlich umgrenzten Gruppen die Bilder aufteilt.
Friedländer wendet seit langen Jahren seinen wissenschaftlichen
Eifer den primitiven niederländischen
und deutschen Meistern des 15. und 16. Jahrhunderts
zu, einem Thema also, das heute für Kunstforscher
und Kunstfreunde das unbedingt modische ist.
Denn beinahe gilt Rembrandt als überwunden und
*) Meisterwerke der Niederländischen Malerei des XV. und
XVI. Jahrhunderts auf der Brügger Ausstellung des Jahres 1902.
90 Tafeln in Lichtdruck und 44 Seiten Text. Preis 100 M.
sicher ist Botticelli beseitigt. Bei der herrschenden
Strömung ist Friedländers großes Werk und diese
Ergänzungsschrift nicht nur denen, die auch attri-
buieren können, willkommenste Gabe. Sie werden
Anlaß und Ausgangspunkt zu vermehrtem Anbau
auf dem neuen Felde sein. Den hier Arbeitsuchenden
gibt Friedländer, ein bewährter und sorglicher
Pfadweiser, die Richtung. j. s.
Schweizerisches Künstler-Lexikon. Redigiert
von Dr. Carl Brun. 1. Lieferung. (Frauenfeld,
Huber & Co., M. 3.20.)
Das »Schweizerische Künstler-Lexikon« will die
Maler, Graphiker, Architekten, Bildhauer, Kunstschreiner
, Medailleure, Wachsbossierer, Gold- und
Kunstschmiede, Schlosser, Gießer, Kunsttöpfer aufnehmen
, die entweder durch Werke oder dem Namen
oder Monogramm nach bekannt sind. Für die Aufnahme
der Kunsthandwerker ist der Empirestil als
äußerste Zeitgrenze gesetzt, für die der Architekten
prägnante künstlerische Charakteristik zur Bedingung
gemacht. Auch die in der Schweiz tätig
gewesenen oder tätigen Ausländer sind aufgenommen
worden. Pragmatisch, unter Weglassung jeglicher
ästhetischen Betrachtung, ist der Stoff teils in deutscher
, in französischer Sprache teils, behandelt.
Für jeden Beitrag steht die Nennung seines Verfassers
und, soweit solche vorhanden, der Quelle
ein, aus der geschöpft worden ist. Wie uns die
Proben überzeugt haben, haben wir in seiner ersten
Lieferung ein Werk vor uns, das berufen ist, ein
wertvolles Nachschlagewerk für jeden zu werden,
der mit der Kunst irgendwie zu tun hat. Auf acht
bis elf Lieferungen berechnet, soll das Lexikon in
beiläufig fünf Jahren fertig vorliegen.
Redaktionsschluss: 8. August 1903. Ausgabe: 20. August 1903.
Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwärtz.
Verlagsanstalt F. Bruckmann a.-g. — Druck von Alphons Bruckmann. Sämtlich in München.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_07_1903/0620