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-3-S^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=^
Von Ausstellungen
und Sammlungen
F\RESDEN. Kunstleben. Neben
der Ernst Arnoldschen Kunsthandlung
, über deren Tätigkeit im
verflossenen Winter bereits in
Heft 12 d. lauf. Jahrg. berichtet
wurde, hat sich auch die Emil
Richtefsche Kunsthandlung (Inh.
Hofbuchhändler Hermann Holst)
schätzenswerte Verdienste um
Dresdens Kunstleben erworben.
Namentlich Kunstwerke von sächsischen
Künstlern hat sie in einer
ganzen Reihe von Ausstellungen
vorgeführt, die sich mit Recht
großer Anerkennung erfreuten.
Wir sahen zunächst den Nachlaß
Friedrich Preller's d. J., der
gegen hundertfünfzig Nummern
umfaßte. Die Ausstellung war
besonders interessant durch die
zahlreichen Studien des verstorbenen
Meisters, denn sie zeigten
nicht nur »eine wahrhaft andächtige
Liebe zur ursprünglichen Natur
und einen unermüdlichen Arbeitseifer
«, sondern auch eine Frische
der Naturauffassung, die man bei
dem Klassizisten Preller schwerlich
gesucht hätte. Merkwürdig
war auch, daß gerade aus der
letzten Zeit seines Lebens besonders
meisterliche Studien dieser Art vorhanden
waren. — Weiter sahen wir Gemälde und Zeichnungen
von Gotthardt Kuehl, Robert Sterl,
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ludwig richter
Bleizeichnung.
lesende kinder (1862)
Eigent.: Kgl. Kupferstichsammlung in Stuttgart
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ludwig richter
der kunstler mit seinen
beiden enkelinnen « « «
Farbig getönte Federzeichnung. Eigent.: Frau Hei. Kretzschmar in Dresden
Wilhelm Claudius und Richard Müller. Von
Kuehl sah man vorzügliche Dresdner Stadtansichten
und virtuos gemalte Interieurs, von Robert Sterl groß
und stimmungsvoll gesehene
Landschaften, von Claudius
ebenfalls fein empfundene
Landschaften und von Rieh.
Müller Zeichnungen, unter
denen eine charakteristische
Bildnisskizze hervorragte. Sodann
stellte sich Eugen
Bracht, der nun seit andert-
halbjahren in Dresden wirkt,
zum ersten Male in einer umfänglichen
Sonderausstellung
den Dresdnern als Künstler
vor. Man konnte in der Ausstellung
ersehen, wie Bracht
den in d. Zeitschr. (Jahrg. XV
S. 422) erzählten Umschwung
in seinen Bestrebungen vom
Stofflichen zum Malerischen
vollzogen hat. In der Tat hat
sich der Künstler ein raffiniertes
Geschick im Kolorit
angeeignet, aber dieses Vir-
tuosentum geht oft doch nur
auf dekorative Effekte aus,
ausnahmsweise nur, wie in
dem Morgen an der Spree
(1898 99), wird man von poetischer
Wärme und echter
Empfindung angemutet. —
Eine vierte Ausstellung war
der Künstlergruppe der El-
bier gewidmet, die sich
in der Hauptsache aus ehe-
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