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«^3S> VON AUSSTELLUNGEN VERMISCHTES
ludwig richter roccadimezzo (1825)
Oelgemälde. Das Original im Städtischen Museum zu Leipzig
INNSBRUCK. In den Räumen des Gewerbemuse-
^ ums ist auch heuer wieder eine Kunstausstellung
veranstaltet worden, die in den vorhandenen dreihundert
und von etwa fünfzig Künstlern eingesandten
Werken einen guten Ueberblick über das Schaffen
und Können zeitgenössischer Tiroler Künstler gibt.
Sehr erfreulich ist es, daß Meister Defregger sein
jüngstes Werk, ein großes Gemälde »Aus dem Krieg
in Tirol 1809« (ursprünglich für den Münchener Glaspalast
bestimmt) der Ausstellung einverleibte. Gut
vertreten sind in der recht interessanten Ausstellung
des weiteren: Math. Schmid, Schretter, Edgar
Meyer, Egger-Lienz, Hugo Engl, Riss, Penz, Frech,
Maroder. Waltl, v. Ynama, Walch, Pezzey, Weber,
Hell, Preyer, Ebner, Oberstolz u. a. m.
"V^EIMAR. Die Ständige Ausstellung, welche jetzt
" unter Leitung eines künstlerischen Kuratoriums
steht, brachte nach einer trefflichen Klinger-Ausstellung
eine hochinteressante Sammlung von Werken
deutscher und französischer Impressionisten und
Neu-Impressionisten. -r
pvÜSSELDORF. Der Städtischen Gemäldegalerie
ist als Stiftung des Herrn E. von Gahlen eine
Bildnisschöpfung Prof. Rud. Huthsteiner's, den
Oberbürgermeister Marx lebensgroß in ganzer Figur
darstellend, einverleibt worden.
I_JEIDELBERG. Anläßlich der Zentenarfeier der
*■ * Universität ist in der neuerbauten Stadthalle
eine Kunstausstellung eröffnet worden, zu der
etwa fünfzig Mitglieder der beiden Karlsruher
Vereinigungen »Kunstgenossenschaft« und »Künstlerbund
« eine treffliche Auswahl von Werken eingesandt
haben.
VERMISCHTES
l/'ÖLN. Prof. August Rincklake hat ein neues
■^Malverfahren erfunden, das namentlich für die
monumentale Wandmalerei Bedeutung gewinnen
könnte. Die »Köln. Zeitg.« teilt darüber mit: >Es
handelt sich zunächst um Maltafeln aus perforierten
dünnen Metallblechen, die auf beiden Seiten mit
durchsichtigem Gewebestoff belegt und mit einer
erhärtenden Masse durchsetzt sind. Die erhärtende
Masse verbindet durch die Durchbrüche des Metalls
hindurch den einen Gewebestoff mit dem der anderen
Seite, so daß sie also dieses Metallblech fest umschließt
. Als erhärtende Masse hat sich die seit
Jahrhunderten bekannte und bewährte Verbindung
von Käse und Kalk als am besten erwiesen. Die
Tafeln werden zum Schluß geschliffen und mit einem
eigens dazu präparierten Kaseinmalgrund überzogen.
Die so hergestellten Malplatten sollen zunächst unveränderlich
sein, nicht reißen und sich nicht werfen.
Ferner sollen die Platten unempfindlich gegen Feuchtigkeit
sein, und da man sie, in ansehnlicher Größe
angefertigt, zusammensetzen kann, so sind die größten
Wandbilder darauf zu malen und an Ort und Stelle
in die Wände einzufügen. Der Malgrund zieht endlich
das Oel der Farbe ein, so daß man imstande ist,
ein Bild in ununterbrochener Folge (prima) fertig zu
malen. Auch schlägt die Farbe nicht ein und erhält
nicht den öligen Charakter, den die Bilder, die auf
anderen Malgründen gemalt sind, stets haben.«
Die Kunst für Alle XVIII.
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