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-^25> KUNSTLITERATUR <^=^
LUDWIG RICHTER HEIMWEH (1865)
Zu „Fürs Haus." Farbig getönte Federzeichnung
kontinentalen Schaffens, die den englischen Schriftstellern
leider meist mangelt, die Dinge in die richtige
Beleuchtung zu setzen. In diesem Sinne füllt sein
Buch eine sehr fühlbar gewesene Lücke in der
neueren Kunstgeschichtsschreibung aus. Die Veränderung
des Standpunktes hat Muther zu einer
gründlichen Revision seiner vor zehn Jahren abgegebenen
Urteile geführt, deren Ergebnisse stellenweise
ganz überraschend sind. So seine Erklärung,
daß Millais das größte Maleringenium
sei, das England
während desneunzehntenjahr-
hunderts hervorgebracht. So
seine absolute Hochstellung
von Leighton und das überreiche
Lob für Alma Tadema.
Was dieser neuen Geschichte
der englischen Malerei vielleicht
abgeht, jene romanhafte
Spannung, die sich durch
Muthers sonstige geschichtliche
Darstellungen hindurchzieht
, wird vollständig aufgewogen
durch glänzende
Einzelschilderungen, die dem
Schriftsteller, dem Sprachkünstler
und dem Aesthetiker
Muther die größte Ehre machen
. Das Kapitel über die
Präraffaeliten, die Charakteristiken
von Turner und Millais,
von Rossetti und Watts, die
ästhetische Einleitung zu dem
Kapitel über Morris und das
Kunstgewerbe sind in ihrer
Art Meisterleistungen, so farbig
, überzeugend und hinreißend
, wie Muther nur je
etwas geschrieben. Manche
Themen, die behandelt werden
mußten, weil sie in diese
Geschichte gehören, wie die
englische Genremalerei, die Epigonen des Präraffae-
litentums, hat selbst Muthers Talent nicht amüsanter
machen können. Es gibt eben eine Geschmacksrichtung
in der englischen Kunst, die dem deutschen
Empfinden vollkommen entgegen ist. Sie hat Muther
natürlich auch kalt gefunden, was ihm unter keinen
Umständen als Schuld angerechnet werden darf.
Das Werk schließt mit einer Betrachtung über die
Boys of Glasgow, deren Bilder die deutsche Kunst-
LUDWIG RICHTER
Zu ,,Kinderengel." Bleizeichnung
DIE SONNE BLICKT IN
HELLEM SCHEIN (1858)
Eigent.: Frau Hei. Kretzschmar in Dresden
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