Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 35
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DÜSSELDORFER KUNSTAUSSTELLUNG

hohe Verdienst, als einzige Künstlergruppe
auf ihrem Gebiet in Düsseldorf eine Zimmereinrichtung
ausgestellt zu haben, die für den
praktischen Gebrauch ersonnen und geeignet
ist. Es ist ein Damenzimmer in poliertem
Kirschbaumholz, nach dem Entwurf von Bruno
Paul: eine feingliedrige, verständige Arbeit,
die bei aller Originalität auch einen — bürgerlichen
Geschmack nicht durch Bizarrerien befremdet
. Unter den annähernd 200 Gebrauchsgegenständen
sonst seien ein äußerst delikat
dekoriertes Teeservice von Wilh. Krieger,
eine Kollektion von Majoliken und Porzellan
von dem unermüdlich schaffenden Schmuz-
Baudiss, und neben mehreren eleganten Metallarbeiten
ein prächtig phantasievoller, festlich
reicher Tafelaufsatz von Th. von Gosen
rühmend genannt.

Man wird es bemerken, daß die Düsseldorfer
selbst bei unserer Uebersicht leer ausgegangen
sind. Die Schuld liegt nicht auf
unserer Seite. Ursprünglich wünschten wir
diesen Bericht unter dem hoffnungsvollen
Prädikat hinausgehen zu lassen: „Moderne

Bestrebungen auf der . . . u. s. w." Die Lust
dazu verflog, als sich die akademisch öde
Renaissancefassade des Ausstellungspalastes
mit der dürftigen tambourlosen Kuppel vor
unsern Blicken erhob. Und eine Wanderung
durch die Säle des Innern bestätigte diesen
Eindruck. Was übrig blieb, kam, wie man
sah, zum Teil von weit her: was uns modern
, d. h. der Zeitkultur entsprechend, unabhängig
und lebensvoll erschien, wurde getreulich
verzeichnet. Daß es für eine deutschnationale
Kunstausstellung, wie sie vor unserem
geistigen Auge steht, nicht ausreicht,
wird kaum jemand nunmehr bestreiten wollen,
selbst in Düsseldorf nicht. Den guten Ratschlägen
, die der alten rheinischen Kunststadt
in dieser Zeit von allen Seiten zufließen,
wollen wir keine weiteren zugesellen. Vielleicht
belehrt uns noch einmal die Zukunft,
daß dem industriellen Zentrum, das sich in
ihr verkörpert, nur wenige gesunde Schößlinge
fehlen, um sich als kräftigster Nährboden
einer wahren Kunst im Handwerk
zu erweisen.

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