Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 38
(PDF, 122 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_08_1903/0050
-*-Ssö> DAS KUNSTGEWERBE AUF DER

dem Architekten Horta, einem der einfallsreichsten
modernen Architekten, der,
wie erinnerlich, auch für das große Werk
von Jef Lambeaux einen kleinen und
modernen Tempel in Brüssel gebaut hat, und
von dem man in belgischen Hauptstädten
manches moderne und interessante Haus
sehen kann. Da dieser Baumeister in einer
der Kongo-Kolonien Belgiens ganze Dörfer
und kleine Städte hat bauen dürfen, so hat
er sich eine Sicherheit der Formensprache
angewöhnt, die in Verbindung mit seiner
künstlerischen Phantasie die allerbesten Werke

LEOPOLD BAUER « ECKE AUS DEM TEEZIMMER «Uj-MÖBEL IN
PALISANDER- U. CORALLENHOLZ MIT PACKFONGBESCHLÄGEN
AUSGEFÜHRT VON PORTOIS & FIX, WIEN « • GETRIEBENE
PACKFONGPLATTE VON ELENA LUKSCH-MACOWSKY « « « « «

schaffen kann. In dem Turiner Raum, gegen
dessen Möbel (es sind zwei kleine Interieurs)
mancherlei einzuwenden wäre, ist denn auch
der architektonische Ausbau, die Verkleidung
der Wände und Verbindung der Türen und
Fenster das weitaus Beste. Durch eine geschickte
Anordnung der Fläche, durch Reliefs
und Veränderung der Tiefen ist hier in
schönem und durch die polierten Maserungen
gut wirkendem Holze ein harmonischer Eindruck
erzielt. Die Künstler von Gent haben
durch ihren Architekten van de Voorde
einen eigenen Raum eingerichtet, in dem jedes
einzelne Ding von einem Künstler
aus Gent entworfen und ausgeführt
ist. Die Möbel haben hier
eckige Formen, sind aus Mahagoni
und mit Metall verziert.
Ein sehr schöner Teppich und
mancherlei gute Skulptur fällt
auf. Während nun sowohl Horta
wie van de Voorde durch Architektonisches
, durch die Linie der
Konstruktion vor allem wirken,
der erste mehr durch Bögen, der
zweite mehr durch starre Linien,
ist ein Raum von Sneyers und
Crespin auf die Wirkung durch
Farben gestellt. Es ist ein Atelier,
der Höhe nach in zwei Räume
geteilt, die durch eine Stiege verbunden
sind, und hier kann man
eine eigenartige Ornamentations-
weise beobachten: die Freude an
der Stickerei und Applikationskunst
. Das gelbe Naturholz ist
nur der Rahmen zu blaugrünen
Stoffen der verschiedensten Art,
die immer wieder dasselbe Motiv
variieren und wiederholen, sodaß
der ganze Raum nicht so sehr
auf einen Ton als auf ein Muster
gestimmt ist.

Außer verschiedenen plastischen
Arbeiten — auch Minne ist
gut vertreten — fallen in der belgischen
Abteilung Schmucksachen
von Wolfers und Gläser wie
Kleinplastiken desselben Künstlers
auf. Es sind Dinge von
allerbestem Geschmack in kostbarem
Material sehr sorgsam und
mit vieler Detailphantasie ausgeführt
. Die Vasen aus geschnittenem
und graviertem Glas ebenso
wie die Schmucksachen, in
denen allerlei Metall, Edelsteine,
Email und Elfenbein kunstreich

38


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_08_1903/0050