Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 181
(PDF, 122 MB)
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-^S^> MODERNER SCHMUCK

und typisch französisch. — In fast diametralem
Gegensatz zu ihnen stehen die Dänen
E. Magnussen, Mogens Ballin und Siegfried
Wagner mit ihrem etwas grotesken,
aber ungemein rassigen, ausdrucksvollen
Silberschmuck: die nordische Welt gegenüber
der romanischen, der Mann gegenüber
dem Weib. Wir Deutschen und Oesterreicher
stehen zwischen drin. Man betrachte
nur die Abbildungen der Dresdener Künstler,
wie die ganz vorzügliche kräftige Gürtel-

COLLIER UND AGRAFFE: GOLD MIT PERLEN « «
AUSGEFÜHRT VON L'ART NOUVEAU BING, PARIS

schließe von Gertrud, den schönen großen
Kamm von Erich Kleinhempel, den Anhänger
von Cissarz, der in seiner ruhigen
geschlossenen Wirkung übrigens einen bedeutenden
Fortschritt gegen des Künstlers
frühere Arbeiten zeigt, oder die originelle
Schließe von E. H. Walter: — sie alle offenbaren
den klaren, ernsten, männlichen, germanischen
Charakter. Und nun halte man
daneben die zierlich gehämmerten, mit kleinen

GOLDENE AGRAFFE MIT OPALEN « ENTW. UND
AUSGEF. VON EDGAR SIMPSON, NOTTINGHAM «

schimmernden Steinchen besetzten Goldplättchengehänge
Morawe's, die lustig und
kokett und ein bißchen geheimnisvoll glitzern
und blinken: das ist südliches Empfinden,
anmutvolles Spiel. — Und nun: Tragy,
Dunn, Thallmaier! Die sind nicht so streng
und nicht so deutsch wie die Dresdener, nicht
so südlich wie Morawe, bei dem man fast
ein wenig arabischen oder indischen Einfluß
herauszufühlen meint; sie sind fein, elegant,
kleidsam, geschmackvoll. Besonders ihre
Farben sind reizvoll und stellen die Formen
erst in das rechte Licht; darum haben wir
diese Arbeiten auch farbig gebracht.

VERGOLDETER ANHÄNGER MIT OPALEN « ENTW.
UND AUSGEF. VON EDGAR SIMPSON, NOTTINGHAM

181


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