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möglichst gleichartigen Gebrauchsprodukten.
Ja, man hat sogar die gewöhnliche Gebrauchsproduktion
übertrieben durch Konkurrenz bis
aufs Messer zur sogenannten Ueberproduktion.
Und zwar tat man dies dadurch, daß man
den normalen Gebrauchswert der Ware einschränkte
, um billiger produzieren zu können.
Ein Schrank, der sonst jahrhundertelang
seine Dienste tat, wird heute so gebaut, daß
man ihn sich kaum dreißig bis vierzig Jahre
lang in gebrauchsfähigem Zustande denken
kann. Die Ware wird in der Periode reiner
Gebrauchsproduktion kurzlebig. Daß diese
Art Arbeit wirtschaftlich nicht das Ideal sein
kann, ist selbstverständlich. Die Massenproduktion
wird bei zunehmendem Nationalwohlstand
von der Wertproduktion, die
den Gebrauchsgegenständen Kapitalwert verleiht
, zum Teil abgelöst werden müssen, wenn
nicht alles wieder zu gründe gehen soll.
Und hier vollbringt das Kunstgewerbe seine
volkswirtschaftliche Mission. Das Kunstgewerbe
ist der Prophet der Periode der
Wertproduktion. Und zwar erfolgt der Angriff
auf die Position unserer alten Massenindustrie
auf dem Umweg über die Form. Das Kunstgewerbe
durchgeistigt die alten Gebrauchsformen
der Waren mit dem Empfinden des
Künstlers. Der Wert dieser Manipulation
aber wird erst damit gesichert, daß auch die
Ware selbst wieder dauerhaft gemacht wird
Das heißt mit anderen Worten: erstklassige
Arbeit, erstklassiges Material! Damit wird
das Kunstgewerbe musterhaft für alle andere
Fertigproduktion. Die Entscheidung liegt auch
hier nicht endgültig in der Form der Handarbeit
, sondern in der Güte der Arbeit. Das
Material und der gesteigerte Individualwert
der Ware wird oft, sehr oft nach Handarbeit
verlangen. Aber in den meisten Fällen wird
unterstützend, nicht ersetzend die Maschinenarbeit
hinzutreten müssen. Damit wird aufhören
: das Unterbieten, die Billigkeit, der
zeitlich verkürzte Gebrauchswert der Ware.
Es tritt dafür ein: das Ueberbieten, die Preiswertigkeit
, der mit dem Gebrauchswert verbundene
Kapitalwert der Ware. Das Kunstgewerbe
muß auf diese Weise zum Pionier
des wirtschaftlichen Fortschritts werden, der
uns an Stelle einer Quantitätsproduktion eine
Qualitätsproduktion bringt. In welcher Weise
eine derartige Entwicklung auch zu rein
sozialen Fortschritten führen kann, wäre
gleichfalls wert, genauer durchgedacht zu
werden; es würde aber heute zu weit vom
Thema abführen.
Und nun die Frage: Kann es diesem zu
derartigen Aufgaben berufenen Kunstgewerbe
gegenüber eine staatliche prinzipielle Fürsorge
geben? Nein, nicht „kann"', es m u ß
eine Kunstgewerbepolitik geben, die freilich
etwas anders aussehen darf, als seither. Vor
allem muß man sich frei machen von der
bisherigen Ueberschätzung der Kunstgewerbeschulen
. Ueberhaupt müßtealleKunstgewerbe-
politik gründlich revidiert werden unter Berücksichtigung
der wirtschaftlichen Mission des
Kunstgewerbes. Ein so gewaltiger Arbeitgeber
V
EDGAR WOOD, MANCHESTER « GARTENEINFAHRT
Dekorative Kunst. VI. 6. Marz 1903.
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