Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 258
(PDF, 122 MB)
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-sp4^> HOTEL „VIER JAHRESZEITEN" IN MÜNCHEN <^=^

HOTEL „VIER JAHRESZEITEN": EINFAHRTHALLE HEILMANN & LITTMANN, MÜNCHEN

ausgeführten Vorraum (Abb. S. 259) die große
luftige Halle (Abb. S. 260 u. 261). Nach rückwärts
ist sie in weiter Rundung durch eine
vom Fußboden bis hinauf zur Hohlkehle
reichende Glaswand abgeschlossen; so strömt
volles, gleichmäßiges Licht herein und macht
den Raum wohnlich und hell. Bequeme englische
Fauteuils - ■ die uns übrigens wieder
darüber belehren, wie weit sie uns drüben
überm Kanal, was Komfort betrifft, voraus
sind, — bilden mit kleinen Tischen behagliche
Sitzecken; hübsche alte Bilder unterbrechen
in ihren weichen, satten Farbtönen angenehm
die über der dunklen Lambrie einfach
grau gestrichenen Wände. - - Und die gleiche
komfortable, heitere Wohnlichkeit herrscht
überall. Wie ist z. B. im Lesesaal (Abb. S. 267)
für dies Gefühl Sorge getragen! Die durch die
baulichen Verhältnisse erforderte, ingeniös
ausgenützte Abwölbung der von kräftigen Holzsäulen
getragenen Stuckdecke, durch welche
an der Längsseite das niedere Couloir mit
den gemütlich separierten Sitzplätzen ermöglicht
ist, trägt viel zu diesem Eindruck bei;
dazu die schlicht eingebauten Bücherschränke,
das praktische Zeitungsregal und nicht zum
mindesten die famosen roten Lederfauteuils!

Oder betrachten wir die Abbildung auf
Seite 268, eines der neuen Fremdenzimmer.
Wie reizvoll ist dieser kleine Raum gestaltet!
Heimlich, praktisch, geschmackvoll, scheint er
uns wirklich ein kleines Meisterwerk moderner
Einrichtungskunst. Was hier Bedingung war:
etwas zu schaffen, das vielen zusagt und doch
jedem Einzelnen das Gefühl gibt: hier bin ich
zu Hause, das ist mit so viel Verständnis —
fast möchte man sagen: mit so viel Liebe —
gelöst, daß im gegebenen Rahmen nichts zu
wünschen übrig bleibt. Auf die Einzelheiten
brauchen wir nicht hinzuweisen: sie gibt
unsere Illustration; nur die Farbe kann sie
leider nicht geben, und diese spricht viel
mit! Sie gibt den tiefsten Reiz: die Stimmung
. — An der Rolle, welche sie spielt, nicht
in Malereien oder extravaganten Tönungen
von Möbeln und Wänden, sondern in ihrer
Durchdringung des Raumcharakters durch
subtile Wahl der Tapeten, Teppiche, Bezüge,
Holzgattungen, an dieser taktvollen Art, die
Farbe in den Dienst der Gesamtwirkung zu
stellen, erkennt man, daß hier Künstler am
Werke waren, Maler mit Maleraugen.

Am überzeugendsten kommt dies wohl in
den von Paul Rieth, Max und Adolf

258


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