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-sr4^> FRITZ SCHUMACHER -C^=^
BÜCHERSCHRANK AUS GRAU GEBEIZTEM AHORNHOLZ MIT KUPFERBESCHLAG
« AUSGEFÜHRT VON BERNHARD GÖBEL, FREIBERG i. S.
das Mansardendach in seiner Abstufung die
vertrauten Töne des 18. Jahrhunderts anklingen
läßt. In dieser Doppelphysiognomie
liegt der anmutigste Reiz des Hauses, das
bei äußerster Sparsamkeit der Mittel als
Heim einer vielköpfigen Familie doch den
gesunden Stolz des bürgerlichen Eigensassen
kräftig ausstrahlt. Vielgliedriger im Aufbau,
aber wieder durch die belebte Silhouette
der Dach- und Giebelbildungen dem klaren
Ausdruck des Organismus dienbar, schafft
die Villa Klug bei Würzen (Abb. S. 288
u. 289) den Typus eines ländlichen Wohnhauses
, das an gesunder Frische und Anmut,
wie an knapper Werklichkeit des Aufbaus
den berühmten neuenglischen Landsitzen,
Schöpfungen eines Newton, Bedford und
Kitson, nicht nachsteht. Wie verständig ist
das große Fenster der Treppenhalle als Hauptmotiv
der Eingangswand hervorgehoben, über
dem das oeil-de-boeuf das zartgliedrige Hauptgesims
zu leiser Wölbung herausdrückt. Daneben
betont das Sparrenwerk der Halbgiebel
die intime Zurückgezogenheit der oberen
Schlafräume. Die Disposition der Haupträume
im Erdgeschoß ist ein kleines Meisterwerk
praktischer Wohnlichkeit: die Diele, der Kern
der ganzen Anlage, als Speisezimmer mit
dem Blick in die sonnige Veranda, das Herrenzimmer
mit dem einladenden Erker, die
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