Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 313
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-s^sö> DER PLAKAT-ENTWURF-WETTBEWERB ZU HANNOVER <<^=

KNUT HANSEN, BERLIN

EIN ERSTER PREIS

DER PLAKAT-ENTWURF-WETTBEWERB VOM 31. JANUAR 1903

ZU HANNOVER

Die Wanderausstellung des Plakatentwurf
-Wettbewerbes vom 31. Januar
1903 zu Hannover, die sich vor kurzem
im Dresdner Kunstgewerbemuseum zeigte,
brachte einen glänzenden Beweis für die Fortschritte
, die der deutschen Plakatkunst die
letzten Jahre gezeitigt haben. Die Forderungen,
die man auf Grund der englischen und französischen
Vorbilder vor rund einem Lustrum
formulierte, dürfen heute im wesentlichen
als verwirklicht gelten. Bezeichnend ist, daß
der Umschwung des dekorativen Empfindens
vorläufig noch mehr der Form als der Farbe
zugute gekommen ist. Auch in der jetzigen
Ausstellung scheint die Komposition des
Schaubildes, wie es sich als primäre künstlerische
Vorstellung offenbart, öfter und glücklicher
auf formalem als auf koloristischem
Boden erwachsen zu sein. Am vollendetsten
ist die Wirkung natürlich da, wo beide Kreise
untrennbar miteinander verwachsen sind:
typisch hierfür ist das Gasofen-Plakat von
Wilhelm Schulz (Berlin), dessen verblüffend
einfache Silhouette durch den Akkord schwarzweiß
-blau brillant akzentuiert wird. Der

gute Erfolg gerade des gegenwärtigen Wettbewerbes
ist aber auch wesentlich der ungemein
liberalen und vornehmen Art zu verdanken
, mit der das oft so zweischneidige
Instrument der allgemeinen Konkurrenz hier
gehandhabt worden ist. Jeder der 90 eingeladenen
Künstler erhielt ein Honorar von
100 M., auf jede der neun Gruppen entfielen
drei Preise von je 500, 300 und 200 M.,
dazu kamen noch zwei Ehrenpreise von je
1000 M., so daß mit der Summe, die zum
Ankauf von Entwürfen weiterhin verwendet
wurde, im ganzen zirka 22 000 M. den Künstlern
geboten werden konnten. Wahrhaftig,
in unserer Zeit, wo die schlimmsten Mißbräuche
bei solch sogenanntem „freien Wettspiel
der Kräfte" schon das ganze System
in Verruf gebracht haben, ein Beispiel, das
Nachahmung, zum mindesten aber ehrliche
Anerkennung verdient! Von den Entwürfen
selbst ist der des Münchners Rud. Schiestl
für Kathreiners Malzkaffee (Abb. S. 314) eine
feine und trotz aller scheinbaren Naivität
außerordentlich durchdachte Arbeit, des andern
Ehrenpreises durchaus würdig. Den Pelikan-

Dekorative Kunst. VI. S. Mai 1903.

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