Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 329
(PDF, 122 MB)
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mkg> DAS EHESCHLIESZUNGSZIMMER IN DESSAU <ö^ü-

der Benutzung und die praktische
Zweckmäßigkeit der
Anordnung. Die Kunst begann
erst jenseits dieses
Punktes, d. h. da wo es galt,
die Dekoration der beiden
Räume künstlerisch ihrer Bestimmunganzupassen
, dieBe-
deutung des Vorgangs durch
Farbe und Form zu charakterisieren
.

In dieser Beziehung ist nun
ohne Zweifel der Hauptraum
am besten gelungen.
Da er der Schauplatz einer
feierlichen Handlung sein
sollte, die für manche die
kirchliche Trauung ersetzt,
mußte die Dekoration einen
feierlichen Charakter haben,
ohne doch im eigentlichen
Sinne kirchlich zu sein. Pan-
kok hat dies durch eine Kombination
von Holzvertäfelung,
Mosaik und Glasmalerei erreicht
, also indem er, vielleicht
unbewußt, profane und
kirchliche Techniken miteinander
mischte. In feiner
Weise ist auf figürlichen
Schmuck verzichtet, damit
die Aufmerksamkeit der Teilnehmer
nicht von der wichtigen
Handlung abgezogen

schnitzerei der wand vertäfelung

wird. Nur ein Holzrelief an
der einen Türe, eine von
Pankok selbst geschnitzte
Eva, vertritt die Bildnerei.
Alles übrige, Mosaik, Glasmalerei
und Intarsien bewegen
sich in ^rein ornamentalen
Motiven, auch die
Balkenköpfe an der Decke
zeigen die menschliche Gestalt
nur in Form einer phantastischen
Umgestaltung.

Das Mosaik, nach Pan-
kok's Entwürfen von Karl
Ule in München vortrefflich
ausgeführt, konzentriert sich
vorwiegend auf die der
Türe gegenüberliegende tiefe
Fensternische, die dadurch
in ihrem Charakter, vielleicht
wiederum unbewußt, ein
wenig der Apsis altchristlicher
Basiliken angenähert
ist. Bis zu Manneshöhe etwa
ist es golden, darüber zeigt
es schlank emporwachsende
geometrische Motive in fein
gestimmten blaugrauen, violetten
und grauen Tönen
(Abb. S. 330). Außer der
Fensternische ist nur der
obere Teil der ihr gegenüberliegenden
Eingangswand mo-
saiziert.

Dekorative Kunst. VI. 9. Juni 1903.

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