http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_08_1903/0402
^=4^> JAN EISENLOEFFEL, AMSTERDAM
solche Sachen ein Künstler
von ganz spezieller
Begabung und großer
Bescheidenheit nötig
ist, ein Mann, der seine
Talente vollständig der
Fabrik, der Industrie
widmet. Man sage auch
nicht: „Das wird man
nicht kaufen!" DerSatz,
daß die Nachfrage das
Angebot bestimme, ist
gewiß in vielen Fällen
gültig, aber auf dem
Weltmarkt der Dutzendware
regiert man mit
dem Angebot auch die
Nachfrage. Die großen
keramischen Institute,
die riesigen Metallfabriken
zwingen den
Markt. Die Leute kaufen
genau so gern; d. h.
die Leute kümmern sich
genau so wenig darum,
ob ihre Kaffeekannen runde oder flache Deckelknöpfe
haben. Sie wollen einfach „Kaffeekannen
, wie man sie jetzt hat". Das ist
gerade kein erfreuliches Zeichen der Selbstständigkeit
, aber man
kann es nicht wegleugnen
. Wenn einmal
einige Jahre lang Gutes,
d. h. im Verhältnis zum
Preise Einwandfreies,
geboten ist, dann wird
das große Publikum,
ohne es zu ahnen, doch
etwas geschult sein.
Die Frage nach Aufgeklatschtem
wird allmählich
nachlassen, und die
immerhin recht breite
Schicht derjenigen, die
\ sich darum kümmern,
lHk \ wie die Gegenstände
\'l Btk. \ «wy aussehen, ohne sich im
Besitze eines strotzenden
Beutels freuen zu
können,wird inzwischen
genießen im Bewußtsein
, daß auch das Billige
wieder brauchbar
ist. Dann wären wir
kulturell wirklich um einen Schritt weiter. Bis
jetzt haben die Künstler den schmalen Weg
dorthin vermieden; sie gingen die breite,
bequeme Straße des Luxusschaffens, die ja
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