Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 406
(PDF, 122 MB)
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^=sö> DER NEUBAU DER AMSTERDAMER BÖRSE <^=u^

ZYL « NORDWESTLICHE ECKFIGUR: JAN
PIETERS Z. KOEN, DER GRÜNDER DER,HOL-
LÄNDISCHEN KOLONIEN IN OST-INDIEN «

Regeln. Um das zu erreichen, ist das Detail
sehr bescheiden zurückgehalten, es wächst
aus den konstruktiven Teilen heraus, es
schmiegt sich ihnen flach an, es macht sich
nirgends breit und zeigt so wenig Anklänge
an historische Formen, als bei unserer
Kenntnis der alten Denkmale, die immer etwas
Gleichartiges aufzutreiben vermag, überhaupt
denkbar ist. Nur wer das Gebäude wiederholt
sieht, entdeckt sozusagen das Detail und
kann sich an immer neuen Variationen freuen.
Wer gewohnt ist oberflächlicher zu sehen,
glaubt, es wäre gänzlich darauf verzichtet.

Nur die Front nach der Südseite ist reicher
ausgestaltet (Abb. S. 404 u. 405). Ueber dem
Hauptportal mit den drei gewölbten Toren ist
ein breites Sandsteinrelief eingelassen, darüber
steigt die mit einem flachen Giebel abschließende
Wand der Handelskammer auf.
Das große, nahezu viereckige Fenster, durch
schlanke Pfosten gegliedert, nimmt fast die

ZYL« SÜDWESTLICHE ECKFIGUR:
GYSBRECHT VAN AMSTEL, DER
GRÜNDER VON AMSTERDAM « « «

ganze Breite ein. Die tiefen Schatten unter
den Tonnen der Eingänge, das mildweiße
Relief und der dunkle Fensterdurchbruch
mit dem glitzernden Spiel der Verbleiungen
sind die wirksamen Teile der Fassade. Alles
andere ist Beiwerk; ein paar kleine Nebenzimmer
mit dreiteiligen Fenstern deuten
rechts und links an, daß der große Saal durch
zwei Stockwerke emporgeführt ist. Weiter
unterbrechen und gliedern nur noch die
kleinen Lichtöffnungen der Treppentürme und
zwei niedere Nebeneingänge die mattrötliche
Backsteinfläche. Steil und trotzig ragt der
Turm mit dem offenen Glockengeschoß in
die Luft. Nur oben, wo ja das Ganze leichter
ausklingt und die vier gleichgroßen Bogen
der Schallöcher, vermittelst zweier Risalite,
dem rechteckigen Grundriß angepaßt sind,
beleben die hellen Ecksteine den wuchtigen
Koloß. Das Zifferblatt, nach Angabe des
Architekten von der Firma „Joost 't Hooft &

406


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