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^4^> DIE NEUE KUNSTHALLE IN DESSAU
ALBIN MULLER SCHLAFZIMMER
AUSGEFÜHRT VON DESSAUER HANDWERKSMEISTERN UND DEM HERZOGLICHEN FRIEDERIKEN-INSTITUT
seine Arbeit tiefer und breiter gegründet.
Von 400 auf 1200 Mitglieder gewachsen, hat
er seine Ausstellungen in ständigen Räumen
gebessert, Pflegschaften im Lande begründet
und auch durch Vorträge anzuregen und zu
belehren gesucht. Er hat einen Weg für
die Kunstpflege gebahnt.
Allein auf die Dauer können freiwillige
Kräfte die wachsenden Aufgaben dieser Kunstpflege
nicht lösen. Wenn die Ausstellungen
nicht nur unterhalten, sondern erziehen sollen,
müssen sie planmäßig und fachkundig vorbereitet
werden. Man muß die besten der
lebenden Künstler und gelegentlich auch
Werke unserer großen Toten zu gewinnen
wissen. Auch die Kunst unserer alten
Meister muß dem heutigen Geschlecht vermittelt
werden. Das schwierigste Problem
stellt das Kunstgewerbe. Hier ist es mit
der Ausstellung des Fertigen, auch des Allerbesten
, nicht getan. Man muß den Mut und
die Einsicht haben, das Werdende vorzuführen
und ganz neue Fäden zu knüpfen.
Dem Handwerker zu helfen ist leicht gewesen
, solange man ihm nur die alten Vorbilder
in die Hand zu geben brauchte und
er sich selbst zur Kunst hintasten konnte.
Heute kann der Handwerker, der seine Werkstatt
und sein Geschäft leitet, den komplizierten
Ansprüchen der neuen jungen Kunst
aus eigener Kraft nur ausnahmsweise gerecht
werden. Solange wir noch ringen um die
Grundsätze und die Formen, solange nicht
die wichtigsten Typen geprägt sind und anerkannten
Kurswert haben, muß der Künstler
führend mitarbeiten. Diese Ehen zwischen
dem Künstler und dem Handwerker zu
stiften, fordert eine feine und sichere Hand.
Denn ihr Gedeihen hängt nicht nur von
der Kunst ab, sondern auch von den Persönlichkeiten
. Die künstlerischen Ansichten
lassen sich leichter in Einklang setzen als
die Geschäftsinteressen und der Ehrgeiz der
beiden Kontrahenten.
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