Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 8. Band.1903
Seite: 477
(PDF, 122 MB)
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PREISAUSSCHREIBEN

Kunsr

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M. VON WERSIN

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Mtfchrift für
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München Monatlich
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LEHR- UND VERSUCHS-ATELIERS FÜR FREIE UND ANGEWANDTE KUNST
(HERMANN OBRIST UND WILHELM VON DEBSCHITZ) MÜNCHEN « « o «

LOB. ERW.

UNSER PREISAUSSCHREIBEN

Cür die Zukunft unseres Kunstgewerbes ist kaum
*■ eine Frage so wichtig wie die Ausbildung der
jungen Kräfte, die berufen sind, die neuen Errungenschaften
weiterzutragen in die Werkstatt und
ins Volk. Wir halten es daher für unsere Aufgabe,
in späteren Heften die Frage des künstlerischen
Unterrichts näher zu beleuchten, die Lehrziele und
Lehrmethoden jener Schulen, die im neuzeitlichen
Sinne wirken, zu verfolgen, um so denjenigen,
welche in die Lage kommen, für sich oder ihre Angehörigen
eine Wahl zu treffen, diese zu erleichtern.

Im vorjährigen Juliheft unserer Zeitschrift hat
Karl Scheffler einmal ausführlicher über den
Unterricht im Kunstgewerbe philosophiert und dabei
die Unvereinbarkeit der einander widerstreitenden
politischen und idealen Ziele gekennzeichnet. Er
ging dabei von sozialpolitischen Betrachtungen aus,
die zwar für die Regierungen, für die großen staatlichen
Institute zutreffen, aber doch nicht ausschließen
, daß sich nebenher ein Häuflein Menschen
von idealer Lebensauffassung zu einer Schule vereinigt
, oder daß die überwiegende Kraft einer bedeutenden
künstlerischen Persönlichkeit Anhänger
um sich sammelt, die unabhängig auf neuen Wegen
ihr Ziel suchen. Wir glauben also, Anregungen
willkommen heißen zu dürfen, die uns von hier
und dort in Bezug auf den kunstgewerblichen Unterricht
gegeben werden.

Einen ersten UeberblickübercharakteristischeZüge
einiger willkürlich ausgewählten Schulen gewähren
die Resultate eines kleinen Preisausschreibens, das
zustande kam, indem wir den Schülern von fünf Lehranstalten
die Aufgabe stellten, eine Umschlagzeichnung
oder den Entwurf einer Einbanddecke für unsere
Zeitschrift anzufertigen, wogegen wir jeder Schule
120 Mark zur Preisverteilung nach ihrem Ermessen
übergaben und uns selbst eines Urteils enthielten.

Von den zahlreichen eingesandten Arbeiten veröffentlichen
wir heute 30 Umschlagzeichnungen und
werden die Einband-Entwürfe in dem nächsten
Hefte erscheinen lassen. Das Gesamtresultat, wie
es sich in dieser Zusammenstellung zeigt, offenbart
sehr interessant die Richtung, welche die einzelnen
Schulen eingeschlagen haben, und weist Erfolge

auf, die man vor einigen Jahren noch nicht zu erhoffen
wagte. Man darf nicht vergessen, daß es
sich um Schülerarbeiten handelt. Gewiß zeigt
sich in manchem Entwurf noch Unklarheit und
unsicheres Tasten, Mangel an Ruhe und einfachen
Linien, aber überall finden sich auch Anzeichen
eines gesunden, meist auch persönlichen Formgefühls
, Erfindungsgabe und Geschmack in Komposition
und Farbengebung, so daß man von der Zukunft
mancher dieser jungen Flächenkünstler gewiß
sehr Erfreuliches erwarten darf. Wir müssen es
dem Leser überlassen, aus den Abbildungen sich
selbst ein Urteil zu bilden. Da aber die Wiedergabe
in Schwarz eine gewisse Ungerechtigkeit enthält
, weil die Entwürfe zweifarbig auf buntem
Papier verlangt waren, so werden wir die u. E.
besten in ihrer Verwendung als Umschlag vorführen
. Wir geben nachstehend kurz die Preisverteilung
der einzelnen Schulen wieder.

Die Lehr- und Versuchsateliers für angewandte
und freie Kunst (Hermann Obrist und
Wilhelm von Debschitz) München verteilten
nur zwei Preise an M. von Wersin und Laura
Lange, ebenso die Wiener Kunstgewerbeschule
, von der sich die Klasse Prof. Koloman
Moser's beteiligte; den ersten Preis erhielt Hans
Eisterer, den zweiten Rosa Neuwirth. Von
der Kgl. Kun stgewer besch ul e Dresden nahm
die Klasse Prof. P. Naumann's teil, in welcher
der erste und zweite Preis W. Leiteritz, der
dritte Oscar Ihle zuerkannt wurde. In der Klasse
Paul Bürck's der Kgl. Kunstgewerbe- und
Handwerkerschule Magdeburg fiel der erste
Preis dem Entwurf für eine Einbanddecke A.
Henklein's zu, der sich auch den vierten Preis
für eine Umschlagzeichnung holte, der zweite und
dritte wurde den Arbeiten von W. Wegener und
O. Wunderling zugesprochen. Auch die Steglitzer
Schule für Buchgewerbe und angewandte
Kunst zeichnete zwei Einbandentwürfe
mit dem ersten und vierten Preise aus — Ernst
Schneidler und Irma prescher-Breslau
den zweiten und dritten erhielten Paul Arndt
und Ferdinand Nockher.

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