Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 10. Band.1904
Seite: 15
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_10_1904/0027
-s?4^> JOSEF HOFFMANN *C^^=-

sucht Aufträge und Arbeit ihnen wegzunehmen
und ihre Anwendbarkeit im Keime zu ersticken
.

Seit diesem Schritt betrachten die jungen
Professoren der Kunstgewerbeschule die
Beziehungen zum Museum als gelöst. Sie
ziehen sich ostentativ von der Beschickung
der Jahres-Ausstellung zurück, und nur hier
und da gelangt über den Umweg des
Fabrikanten, welcher nach einem ihrer Muster
arbeitet, ein oder das andere Stück ins
Museum.

So geht der Kampf gegen die individuelle
österreichische Zeitkunst vom Kunstgewerbe-
Museum aus.

Da wir hier die Entwicklung und die
Wirksamkeit eines der Schöpfer und Führer
des neuen Stils charakterisieren wollten, so
mußten wir eingehend diese so merkwürdig
komplizierten Verhältnisse schildern. Professor
Hoffmann hat sich in überraschend
kurzer Zeit durchgesetzt, trotz oder vielleicht
gerade wegen der ihm in den Weg gelegten
Hindernisse, die die Energien seines Wesens
nur noch härteten. Er ist heute bereits ein
Anerkannter, ein weithin Geltender. Nicht
so seine Schüler. Und darauf kommt es

doch vor allem an. Ein Kunstcharakter
soll Charaktere bilden, damit die Einheit der
Impulse ein Einheitsniveau der künstlerischen
Produktion erzeugen hilft.

Hoch über den persönlichen Erfolg stellt
Hoffmann den Sieg des Sachlichen. Diesen
Sieg zu erringen, die Prinzipien, welche er
als wahr und echt erkannt hat, durchzusetzen,
durch kulturelle Kunst für eine Höh erZüchtung
des Menschen zu wirken, dies
ist der Kern seiner Bestrebungen. Man
sollte meinen, daß ein solches Programm
wohl wert wäre, die volle Unterstützung jener
Faktoren zu finden, welche vom Staate ausersehen
wurden, eine würdige Entfaltung
heimischer Kunst zu fördern.

B. ZUCKERKANDL

LESE FRÜCHTE:

»Sobald man entdeckt haben wird, daß die Schönheit
des Holzes in der Aderung und in der Zartheit
seiner Füllung besteht, wird man nicht mehr daran
denken, die großen glatten Flächen mit Ornamenten
zu bedecken. Da die wesentliche Schönheit eines
gewebten Stoffes in dem tiefen Faltenwurf beruht,
so wird man sich hauptsächlich damit beschäftigen,
Kleiderschnitte zu ersinnen, die das fördern, was
entartete Praktiken zu leugnen suchten.«.

Henry van de Velde

JOSEF HOFFMANN

GARTEN DER VILLA KARL MOLL

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