Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 11. Band.1905
Seite: 134
(PDF, 171 MB)
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-^£> ÜBER KÜNSTLERISCHE AUSDRUCKSMITTEL UND

in

bau das große dekorative
Bild allen Forderungen der
Anpassung an den Raum
gleichzeitig gerecht wird. Damit
in Verbindung sehen wir
in Frankreich mit Puvis de
Chavannes, den Muther den
originellen und reizvollen
Schöpfer der dekorativen Malerei
des 19. Jahrhunderts
nennt, die lineare und formale
Komposition, gleichzeitig
aufgehellt durch die
neuen Errungenschaften des
Lichtes, bis fast auf Giotto
zurückgehen. In einzelnen
seiner so hochstehenden
Schöpfungen können wir, wie
bei den klassischen Meistern,
die Gesamtkomposition auf
wenige große Formen zurückführen
. Das formale Element
ist bei den Figuren und dem
sonstigen Gegenständlichen,
bei deren Details und den
zwischen ihnen liegenden
Formausschnitten, wiederauf
eine außerordentlich vereinfachte
lineare Begrenzung,
in herbster Weise sogar auf
die spitze Dreiecksform, wie
in seinem „pauvre Pecheur",
beschränkt und einheitlich
durchgeführt.

Hier soll darauf hingewiesen
werden, daß die Linie das
erste und einfachste künstlerische
Ausdrucksmittel ist.
Form, Helldunkel und Farbe
kommen zur reicheren Vervollkommnung
hinzu. Bei
einer zu üppigen Verwertung
aller dem Künstler zur Verfügung
stehenden Mittel tritt
aber leicht ein Zeitpunkt ein,
in welchem der Wunsch nach
größerer Ruhe sich wieder
geltend macht. Schon bei
Rembrandt haben wir Aehn-
liches wahrgenommen. Auch
heute drängt alles energisch
zur Einfachheit hin, und das
Gefühl für die Linie in ihrem
reichen rhythmischen Wechsel
wird neuerdings durch
eingehende Studien gestärkt.

Die Linie hat eine zweifache
Bedeutung für ein har-

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