Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 11. Band.1905
Seite: 216
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-ss-^)- PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN--DENKMÄLER *(^^

anton braith f

PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

MÜNCHEN. In Biberach an der Riß verstarb
vor kurzem der bekannte Tiermaler Anton
Braith. Seit 1860 in München tätig, hat er durch

sein ursprüngliches malerisches
Talent wesentlich
mit zur Entfaltung
dieser Kunstgattung beigetragen
. Seine Bilder
weisen feinbeobachtete
charakteristische Züge
des Tierlebens auf; mit
sicherer Zeichnung verbindet
er ein kräftig
leuchtendes Kolorit. Wie
er z. B. das Stoffliche,
die Haut junger Rinder,
das wollige Fell der
Schafe im Glanz und
Schimmer des Lichtes
wiederzugeben wußte, darin
nähert er sich ganz
den Bestrebungen des
neuesten Kolorismus, obwohl er nie so weit ging,
das Tier als bloße farbige Erscheinung aufzufassen.
Seine Stärke beruht vielmehr in der Darstellung des
Gegenständlichen, in der zeichnerischen Wertung des
Details. Gerne verwandte er bei seinen Bildern kleine
novellistische und genrehafte Züge, wie schon aus den
Titeln >Die Begegnung«, »Die Lieblinge der Bäuerin«,
»Vor dem Gewitter fliehende Herde« etc. hervorgeht.
Nicht selten steigert er die Motive zu dramatisch
belebten wirkungsvollen Schilderungen. Braith gehörte
zu den charakteristischen Münchener Künstlertypen
mit ausgeprägten originellen Zügen, a. h.

DERLIN. Dem Maler und Privatdozenten an der
Technischen Hochschule zu Charlottenburg
Kurt Stöving wurde der Professortitel verliehen.

jVyj ÜNCHEN. Der Professortitel wurdeam Neujahrs-
tage verliehen dem Architekten Karl Weisser
und den Malern Bernhard Buttersack und
Georg Schildknecht.

jCR ANKFURT. BildhauerJ. Kowarzik, hier, erhielt
in einer Konkurrenz um eine Jubiläumsplakette
der Deutschen Kontinental-Gasgesellschaft in Dessau
den ersten Preis. Der zweite Preis wurde F. Hörnlein
, Dresden, der dritte und die Ausführung Paul
Peterich in München zugesprochen. Unter den
Preisrichtern befanden sich Karl Seffner und Albert
Manzel.

/GESTORBEN: In Brüssel der Bildhauer Julien
Dillens im Alter von 55 Jahren; in Düsseldorf
der Maler Josef Winkel; in Hamburg der
Maler Anton Asmussen, der seit 12. November vermißt
, nunmehr in der Alster aufgefunden wurde;
in Berlin am 17. Dezember der Bildhauer Moritz
Schulz; in Wien der Hofbildhauer Franz Schön-
thaler; in München am 4. Januar der Maler
Moritz Weinholdt, 1861 in Dresden geboren, ein
hervorragender Lehrer; in Zürich am 6. Januar,
77 Jahre alt, der Maler Rudolf Koller. Von
seinen bekanntesten Werken seien die »Gotthardtpost
« und die »Pflügenden Ochsen« hier genannt.
Koller war mit Böcklin befreundet, mit dem zusammen
er in Düsseldorf und Paris studiert hat.

DENKMÄLER

V"ÖNIGSBERG. August Gaul hat einen monu-
*V mentalen Tierbrunnen, zwei kämpfende Auerochsen
darstellend, entworfen; die Regierung läßt
den Entwurf für die Stadt Königsberg ausführen
und ihr zum Geschenk machen.

DRESLAU. Hugo Lederer's nackter Fechter,
der, wie bereits gemeldet, vor der hiesigen
Universität aufgestellt wurde, hat dem Vernehmen
nach der Geistlichkeit und der Gemeindevertretung
der in der Nähe liegenden Mathiaskirche Anlaß zu
einem Protest gegen den Aergernis erregenden Anblick
gegeben.

DUDAPEST. Der Landesverein für bildende Künste
in Ungarn plant die Errichtung eines Munkacsy-
Denkmals, für welches bereits Kr. 45 000.— zur
Verfügung stehen. Auch die Errichtung eines Denkmals
für Karly Lötz wurde vom Verein beschlossen.

r^HARLOTTENBURG. August Gaul's Ele-
^ fantenbrunnen wurde unter den fünf Entwürfen
für einen Charlottenburger Jubiläumsbrunnen preisgekrönt
.

pRANZENSBAD. Für das Kaiserin Elisabeth-
*■ Denkmal in Franzensbad sind von zwei Künstlern
je zwei Modelle eingereicht worden, nämlich
von C. Wilfert junior, Prag und Prof. Fr. Metzner,
Wien. Das Komitee hat sich für einen Entwurf von
C. Wilfert entschieden. Das Denkmal wird in Marmor
ausgeführt und soll noch im Sommer 1905 in
den schönen Anlagen der Salzquelle zur Aufstellung
kommen.

georg hahn

wasserscheu

Redaktionsschluß: 5. Januar 1905 Ausgabe: 19. Januar 1905

Für die Redaktion verantwortlich: F. Schwartz
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. — Druck von Alphons Bruckmann. — Sämtlich in München


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