Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 11. Band.1905
Seite: 230
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-*=4^> KÜNSTLER, DIE SCHREIBEN *C^^-

KONSTANTIN SOMOFF

Wie oft hörte ich nicht schon das Wort
Goethes: „Bilde Künstler — rede nicht".
Hier heißt es aber „Los von Goethe" und
nun muß endlich vor der falschen Interpretation
eines Sprichwortes, das gar zu gern
schriftstellernden Künstlern gegenüber gebraucht
wird, gewarnt werden.

„Schuster bleib' bei deinem Leisten", heißt
nicht „Maler, daß du nie etwas anderes schaffst
als malen! Du sollst beileibe nichts sagen
oder niederschreiben über das, was du tust
oder willst."

Wenn die
Künstler nicht
dasmoralische,
das Künstlerrecht
haben
sollten, über
ihre Kunstsich
zu äußern —
dann hätte die
Kunstgeschichte
eine große
Zahl von Männern
zu nennen
, die sich
nicht ernstlich
genug mit
ihrem eigentlichen
Beruf
abgegeben haben
,obwohlsie
Großes geleistet
- KONSTANTIN SOMOFF

Goetheselbst
wäre hier zu
nennen als ein

Ungetreuer
seines Berufes,
dennerschrieb
über sein Leben
, sein Suchen
und Finden
und in wie
vielen kleineren
Schriften
gibter unsMit-
tel, ihn besser
zu verstehen,
als die Worte
seiner Dichtungen
, seiner
Schöpfungen
selbst sagen.

Und wie hat
Schiller fürsich
und das Verständnisseiner
Werke zu wirken gewußt in seiner theoretischen
Arbeit über naive und sentimentale
Dichtung.

Ja, wenn das zugegeben werden muß, so
werden doch manche glauben, unsere beiden
Dichter — und viele andere, die es ähnlich
gemacht — seien verteidigt: der Dichter müsse
erklären dürfen, weil Worte mißdeutet werden
könnten. Das heißt nun freilich den Tatbestand
etwas verdrehen, denn wer aus Worten ein
Kunstwerk schafft, kann für den Lesenden

EINE KAVALKADE

PAAR IM FREIEN

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