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ENBACH
BILDNIS ADOLF HENGELER
ADOLF HENGELER
Von F. v. Ostini
Teder echte Humorist, ob er nun sein Hand-
J werk mit dem Griffel oder mit der Feder
treibt, ist im innersten Herzensgrunde auch
ein Poet. Das zeigt sich so recht deutlich an
jenen Meistern der Karikatur, die später zu.
Malern werden. Sie verlassen die heiteren
Gefilde des heiligen Lachens selten, um an
den rauhen Gestaden des konsequenten Naturalismus
zu landen, sie segeln fast ausnahmslos
ins Wunderland der Romantik. Wir sehen,
wie Poesie und Humor so innig in Wilhelm
Büschs Seele verschwistert sind, wir haben
beobachtet, was für ein feiner Malerpoet der
andere Großmeister der deutschen Karikatur,
unser Adam A. Oberländer, geworden ist, wir
wissen, daß Franz Stuck, ehe er der vielbewunderte
Maler einer lapidaren Romantik
wurde, ebenso lapidare Karikaturen gezeichnet
hat, wir verfolgen in gleicher Weise seit
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aus einem der frönfiensten, übermütigsten
Karikaturenzeichner sich ein Maler entwickelt
von erquickender Anmut der Darstellung,
von überquellender, gestaltenreichster dichterischer
Phantasie. Was Hengeler — natürlich
neben dem nötigen Talent im allgemeinen
! — zu einem der ersten Zeichner für
die „Fliegenden Blätter" hat werden lassen,
macht ihn auch zu einem Maler von besonderem
persönlichem Zauber: die kraftbewußte
innere Freiheit, welche auch zur rechten
Freiheit im Gestalten führt und die sieghafte
Heiterkeit der Seele, die allen Erscheinungen
des Lebens die Lichtseite abzugewinnen weiß!
Denn eben im Letzteren besteht das Wesen
echten Humors, nicht, wie wohl die Menge
meint, in einem besonders scharfen Bück
für die Unzulänglichkeiten unserer armen
Mitkreaturen. Diese Schwächen kann jeder
sehen; das will wahrhaftig keine Kunst! Das
will Kunst, sie so zu zeigen, daß der Anblick
neben dem Lachen, eben durch das Lachen, ein
befreiendes Gefühl von Entschuldigung und
Mitleid auslöst! Und wer diese Kunst besitzt,
der hat sicher auch Eigenschaften des Geistes
und Gemütes, die seinem künstlerischen Wesen
Tiefe, Wärme und - Farbe geben!
Die Kunst für Alle XX. n. i, Mai
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