Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 11. Band.1905
Seite: 367
(PDF, 171 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_11_1905/0447
-sr=^> VON AUSSTELLUNGEN PERSONAL-NACHRICHTEN <^=^

Auswahl sich selbst ein Urteil zu bilden. Von
Trübner sieht man neben einigen neueren Arbeiten
hauptsächlich Werke aus den siebziger Jahren des
vergangenen Jahrhunderts,welche wie der »Christus
im Grabe«, einige »weibliche Studienköpfe« u. a. m.,
den Lesern der >K. f. A.« wohl bekannt sind. Kühl
bringt seine »Augustusbrücke im Schnee« und verschiedene
Interieurs. Neben diesen beiden haben
die zwei anderen einen schweren Stand. h. t.

IV/IÜNCHEN. Bei Heinemann sind gegenwärtig
mehrere Kollektiven ausgestellt. Vor allem
erregt das große Triptychon »Werden, Sein, Vergehen
« von Giovanni Segantini das Interesse.
Es ist in dem großen Oberlichtsaale so geschickt
aufgestellt, daß seine monumentale Wirkung sehr
gut zur Geltung kommt. An Lichtfülle und konzentriertem
farbigen Ausdruck übertrifft es alles
übrige. Andere Bilder daneben erscheinen stumpf
und ausdruckslos. Es wäre sinnlos, Vergleichungen
anzustellen, wenn auch das Nebeneinander verschiedener
Werke leicht dazu verführt. Ernst
Gerhard, ein jüngerer Landschafter, mit dem wir
durch Heinemann bekannt gemacht werden, erweist
sich als ein feinsinniger Maler, der besonders einfache
stimmungsvolle Motive z. B. Aussicht auf eine
Ebene mit bewölkter Abendluft in weicher lockerer
Malweise geschickt interpretiert. Heinemann vermittelt
auch unsere Bekanntschaft mit dem jetzt in
Berlin lebenden Ernst Oppler. Lange Zeit
hielt sich Oppler in Holland auf. In den
dämmerigen,holländischen Hausgängen, Stuben,
zuweilen mit diskretem Ausblicke ins Grüne,
in der Wiedergabe der von zartem Licht durchfluteten
Räume fand Oppler alle die malerischen
Reize und koloristischen Qualitäten auf
die es ihm ankommt. Er blieb aber nie bei
der bloßen Wiedergabe malerischer Effekte
stehen, sondern er gibt immer einen Gesamteindruck
, ein künstlerisch abgerundetes Bild.
Er ist seiner Sache ganz sicher, kennt seine
Mittel und weiß, was er damit erreichen kann.
Was er bietet, zeigt künstlerische Reife. A h.

T ONDON. Am 22. Februar wurde hier die
*^ whistler-Ausstellung eröffnet, mit der die
öffentliche Meinung, über die der Künstler
sich bei seinen Lebzeiten immer so bitter beklagt
hat, ihren Umschwung zugunsten Whistlers
vollzogen hat, gründlicher als man erwartet
hätte, denn er kann nunmehr populär genannt werden
. 80 Gemälde, über 400 Radierungen, außer
denen er nur noch wenige Blatt geschaffen und
an 150 Lithographien, endlich eine Reihe Aquarelle
und Pastelle findet man vereinigt, nur die
Periode seines Schaffens ist leider unvertreten,
da er mit seiner Malerei den Spuren der Japaner
nachging. Schuld an diesem Umstand
ist vielleicht, daß, wie man sagt, gerade seitens
derer, die dem Künstler am nächsten gestanden
haben, bei der Hergabe von Werken des
Künstlers für diese Ausstellung große Zurückhaltung
beobachtet wurde, um die Vorführung
dieser glänzenden Periode von Whistlers Schaffen
der Ausstellung, die im Luxembourg-Mu-
seum in Paris geplant wird, vorzubehalten.
Immerhin gibt die Londoner Veranstaltung auch
ein umfassendes Bild von des Meisters Werk und
der Zudrang zu ihr ist so groß, daß ihre Dauer
bis zum 15. April hat verlängert werden müssen.

»Sezession« ist eröffnet. Wir gehen in einem Sonderhefte
unserer Zeitschrift ausführlich auf diese
Veranstaltung ein.

PERSONAL- UND

ATELIER-NACHRICHTEN

1V/IÜNCHEN. Georg Wrba erhielt vom Ge-
meindekollegium und Magistrat der Stadt München
den Auftrag für die Reiterfigur Ottos von
Wittelsbach, die auf einem Strompfeiler der neuen
Wittelsbacher Brücke errichtet werden soll und für
die 25000 M. zur Verfügung stehen.

YWEIMAR. Bildhauer Professor Brütt wurde
" als Lehrer an die hiesige Kunstschule berufen.

A/fÜNCHEN. Bei dem engeren Wettbewerb für
das Kunstausstellungsgebäude der Bayerischen
Landes-Ausstellung in Nürnberg 1906 wurden folgende
Auszeichnungen verteilt: Professor Paul
pfann-München erhielt den ersten Preis und es
wurde sein Projekt zur Ausführung vorgeschlagen;
den zweiten Preis erhielten Gebrüder rank-Mün-
chen. Zwei dritte Preise wurden Professor Emanuel
SEiDL-München und Architekt Jakob Schmeissner-
Nürnberg zuerkannt. Die Arbeit mit dem Kennwort
»Bleistift« konnte aus formellen Gründen nur
eine lobende Erwähnung finden.

W

IEN. Die XXIII. Ausstellung der Vereinigung
bildender Künstler Oesterreichs

albert von keller

bildnis

367


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_11_1905/0447