Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 11. Band.1905
Seite: 542
(PDF, 171 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_11_1905/0628
IX. INTERNAT. KUNSTAUSSTELLUNG IM MÜNCHENER GLASPALAST

Mondaufgang an der Nordsee, Otto Sinding's
Landschaften, in welchen uns die große, fremdartige
Poesie des hohen Nordens mit überzeugender
Kunst nahegebracht ist, das markige
Isartalbild mit dem Ickinger Kirchlein von
Otto Strützel, der auch eine etwas derbdekorative
Benediktenwand und energisch behandelte
Pferde
ausstellt, August
Kühles' ernst und
innerlich behandelte
Architekturen,
Leopold Schön-
chen's melancholisch
ergreifend
wahre Seestücke,
Fritz v. Wille's

charakteristische
Eifellandschaft mit

Wolkenschatten,
ein anspruchloses
und dabei in seiner
Wirkung so starkes
Bergbildchen „Die
Alpspitze" von
Carl Vosz, die
prächtig stilisierte
„Brandung" von

Schönleber,
Friedrich Kall-
morgen's kraftvolle
Elbelandschaften
, Osw. Gott-
fried's oberfränkische
Landschaft,
H. Mühlig's feingestimmter
Hochsommer
und anderes
von Karl
Österleyjr.,Fritz
Bayerlein, H. R.
Reder,MaxGiese,
Tina Blau, Hans
Hammer, Mein-
zolt, Otto Seitz

hugo frhr.

habermann

usw.

In den Sälen der
Sezession überwiegen
in diesem Jahre die wohlbekannten Erscheinungen
und die neuen sind spärlich gesät.
Aber es sind doch welche vorhanden. So rückt
der, bisher fast nur als trefflicher Schwarzweiß
-Künstler bekannte Albert Weisgerber
mit einem ausgezeichneten Bilde Ludwig
Scharfs auf den Plan, an dem der kecke
Wurf des Vortrags ebenso bewundernswert ist,
wie die packende Lebenstreue des Bildnisses.
Das Ganze könnte in seiner Art nicht besser

IX. Internationale Kunstausstellung in München

sein! Auch das Porträt einer Dame in weißem
Kleide ist von ähnlich starker malerischer
Wirkung. Von bestechender Frische der Farbe
und Verve der Malerei sind zwei Frauenbilder
von Rudolf Nissl. Auch Adolf Levier's
Damenporträt, die energievoll und saftig gemalten
Bildnisse und das auffallend flotte

Mädchen „An der
Türe" von Hermann
Gröber, Philipp
Klein's lebendige
und mit ungewöhnlich
guter Beobachtung
der Tonwerte
sicher hingesetzte
Boudoirszene „Vor
der Abreise" bieten
angenehme Ueber-
raschungen. An
Ferdinand Götz's
kräftiger und koloristisch
reicher Arbeit
„Die schöne
Muschel" siehtman
nicht mehr, daß
der Künstler als
Eklektiker begonnen
und sich einst
so stark an das Barock
angelehnt hat.
Rudolf Schramm-
Zittau beweist in
dem großen und
von ihm repräsentativ
gehaltenen
Bilde einer Dame
mit einem Hunde,
daß er durchaus
nicht einseitig auf
seine virtuose Geflügelmalerei
beschränkt
ist. Auch
an Hans v. Hayek
erlebt man eine
solche erfreuliche
Ueberraschung. Er
bleibt nicht bei seiner
bisherigen landschaftlichen
Spezialität stehen, wagt sich vielmehr
an die Darstellung eines halblebensgroßen
Schimmels, der unter den weißen Dolden eines
sommerlichen Grasgartens weidet. Die Arbeit
hat Kraft, Stimmung und Wahrheit. In ähnlichem
Format und mit gleich gutem Ergebnis
behandelt J. P. Junghanns ein ländliches
Gespann von vier Arbeitspferden, die sich
in schwerem Zuge mühen. Lauter frischer
und vielversprechender Nachwuchs aus dem

bildnis

542


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_11_1905/0628