Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 143
(PDF, 141 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_12_1905/0157
K. Lange,
Bernhard
Pankok.

Bernh. Pankok in Stuttgart, Intarsien des Musikzimmers der
"Weltausstellung in St. Louis. Ausgeführt von der Intarsien-
werkstätte von G. "Wölfel in Stuttgart.

versehen, muß es auch Schulen für Architekten und Kunstgewerbler geben, die die
jungen Leute darin abrichten, nach "Wunsch das eine Mal in diesem das andere
Mal in jenem Stil zu komponieren. Aber Kunst ist dies nicht, und das Neue
kann aus solchen Schulen nicht hervorgehen. Das Neue kann nur von außerhalb
kommen, und es kam von außerhalb. Es kam von denjenigen Künsten,
die ihrem "Wesen nach auf den Zusammenhang mit der Natur, auf die Darstellung
organischen Lebens angewiesen sind. Die Zeichner und Maler und
Radierer und Bildhauer waren am besten imstande, dem Kunstgewerbe, das in
geometrischem Formalismus und der Nachahmung der historischen Stilarten erstarrt
war, neues Leben einzuflößen.

Diesem Beginnen der Outsiders stellten sich nun aber zwei Schwierigkeiten entgegen
, nämlich erstens die, eine genaue Kenntnis der technischen Bedingungen des
Handwerks zu erlangen, und zweitens die, ihre künstlerische Phantasie in die Tat
umzusetzen und merkantil auszunutzen. In beiden Beziehungen wollten die „Vereinigten
"Werkstätten" ergänzend in die Lücke eintreten. Das Programm der Gesellschaft
ging nämlich dahin, jungen Künstlern ihre Entwürfe abzukaufen resp. ihnen
Entwürfe zu größeren Innenausstattungen zu übertragen, die dann ohne Risiko der
Erfinder von leistungsfähigen Handwerkern oder industriellen Firmen in ihrem Auftrage
ausgeführt wurden, ferner die so ausgeführten Entwürfe in einer permanenten
Ausstellung oder in den großen Jahresausstellungen der Künstlerverbände dem
Publikum vorzuführen und dem Verkauf auszusetzen. Zuweilen wurde den Urhebern
außer dem Honorar noch ein Gewinnanteil am Verkauf zugesichert. So sollte den
Künstlern, die ja in geschäftlichen Dingen meistens Kinder sind, die Sorge um die
kaufmännische Ausnutzung ihrer Kunst abgenommen und ihnen gleichzeitig ermöglicht
werden, sich im engen Zusammenhang mit dem Handwerk ganz der Ausbildung
einer modernen Nutzkunst zu widmen.

Dieses Programm wurde allerdings in den nächsten Jahren insofern etwas modifiziert
, als die Gesellschaft, um billiger arbeiten zu können, einen eigenen Fabrikbetrieb
, besonders im Fache der Kunstschreinerei, installierte und kleine Ateliers für
Metallarbeit, Stickerei, "Weberei usw. einrichtete, d. h. also für einen Teil der von
ihr vertriebenen Arbeiten Selbstproduzentin wurde. Damit war allerdings der ur-

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