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GARTENGESTALTUNG
Ii.
HAUS UND GARTEN
Von Camillo Karl Schneider, Wien
Im ersten Aufsatz*) versprach ich, zu zeigen,
wie Künstler an der Arbeit sind, um zum
Hause uns wieder den „Garten", den längst
Vermißten, zu schenken. Und so will ich
denn heute die Aufmerksamkeit des Lesers
auf drei Gärten lenken, deren jeder in seiner
Art betrachtet und gewürdigt zu werden verdient
. Diese drei Gärten sind ganz unabhängig
voneinander entstanden. Sie beweisen,
daß in allen Teilen Deutschlands Künstler
bereit sind, sich des Gartens anzunehmen,
und haben auch insofern etwas Gemeinsames,
als sie uns im Rahmen von Kunst-Ausstellungen
entgegentreten.
Betrachten wir die Gärten im einzelnen,
mit dem einfachsten beginnend.
*\ Vgl. Januarheft 1905, S. 166.
Dieser stellt einen kleinen Hausgarten ursprünglichster
Art dar, dessen Grundplan uns
Seite 241 zeigt. Wollen wir ihn recht bewerten
, müssen wir zuerst das Wie und Warum
seiner Entstehung erörtern.
Der Kunstgewerbeverein in Breslau veranstaltete
1904 eine Sonderausstellung zur Förderung
des Kunstgewerbes. Er wollte dadurch
dem Publikum recht eindringlich zeigen, wie
viel Gutes heute schon auf diesem Gebiete geschaffen
wird, und wie sich die Allgemeinheit
dies zunutze zu machen habe. Die Leitung dieser
Ausstellung hatte den glücklichen Gedanken,
das Publikum in ein fertig eingerichtetes Einfamilienhaus
mit Garten zu führen, welche für
sich selbst sprechen und in den Einzelheiten
ihrer Einrichtung und Anlage anregend und
belehrend auf den Besucher wirken sollten.
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