Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 246
(PDF, 141 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_12_1905/0262
-*-Ss£> GARTENGESTALTUNG ~(^^

Der Rasen des Grundes ruhte in schweigendem
Grün. In den Nischen ballten sich
zart blau und rosa getönte Massen von Hortensien
. Lorbeeren in Kugelform, schlank
pyramidale Eiben stritten mit der scharfen
Gliederung der Architektur. Hie und da verhüllten
einige lockere Gehölze dies und jenes
und lösten für Augenblicke die Spannung der
strengen Formen.

Und denken wir uns nun den Garten angeschlossen
an ein belebtes Künstlerheim.
Umrahmt außen von den Silhouetten mächtiger
Waldbäume, die erfrischend emportauchen
, ohne durch allzu große Nähe den
Garten zu belasten. Erfassen wir ganz das
lebendige Widerspiel zwischen der Einheit
Haus und Garten und der umgebenden Waldnatur
— mich dünkt, es wäre der Mühe wert,
das was auf der Ausstellung in so vielen
Punkten nur Andeutung blieb, an geeignetem
Orte vollendet auszugestalten.

Wie ganz anders ist die KREis'sche Schöpfung
als der Garten Poelzigs. Und doch sind
beide Gärten im wahren Sinne des Wortes.
Herrschte in Breslau die Freude am
Pflanzenleben, am Gartenbau vor, so tritt

in Dresden der Genuß an der Form, der
Schönheit in den Vordergrund. Die Architektur
ist hier in höchstem Maße die Gebieterin
. Kreis weist darauf hin, wie viel
sie allein schon vermag. Er lenkt unsere
Blicke auf neue Ziele, auf endlos variierbare
Gestaltungsthemen.

Die Einzelheiten der Anlage sind alle so
klar und verständlich, daß ich auch hier Bild
und Grundriß fast ganz für sich selbst sprechen
lassen kann. Wir haben auf dem nach Norden
orientierten Grundplane im Westen und Süden
die sich ans (gedachte) Haus anschließenden Kolonnaden
. Die Hauptachse durchschneidet im
halben Rechten von Südosten nach Nordwesten
die Anlage. Sie setzt zunächst die Pergola
fort, die in wuchtiger Gliederung an dem vertieften
Ruheplatz endet, auf dem wir die
Person in dem Bild auf Seite 245 sitzen sehen.
Sowie der dort Sitzende in der Richtung der
Hauptachse blickt, sieht er das, was uns das
andere Bild (S. 244) zeigt, also den monumentalen
Abschluß der Hauptscene.

Der dritte Garten, den ich noch besprechen
will, klingt in manchen Momenten an den
eben behandelten an.

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