Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 255
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-*-4^ö> MÄHRISCHE DAM AST WEBER EI ~(^=^

künstlerische Lösungen, wie die Arbeiten

RlEMERSCHMIDS, MÖH RINGS Und BERNERS,

auch der eiserne Träger so gehaltvoll, so klar
und abgekürzt alle in ihm ruhenden Funktionen
ausspricht, wie die antike Säule aus Stein die
Lebenskräfte des Steines und des ganzen Steinbaues
symbolisch verkörperte.

Freuen wir uns über Eugen Berners Arbeiten
— möchten seine Pfeiler, seine Laternenträger
, seine eisernen Pavillons die Unmenge
völlig geistwidriger, altstiliger Pfeiler und
Pfosten verdrängen helfen.

Eine reiche Verwendung dieser Arbeiten
für Guß- und Walzeisen würde nicht allein
des Künstlers Bemühen ehren und lohnen,
sondern auch unserer Zeit das Zeugnis ausstellen
, daß sie endlich die geistige Selbstständigkeit
und Reife erlangt hat, die für alle
Lösungen dieses so lange nicht beachteten,
schwierigen, künstlerischen Problems Voraussetzung
ist. E. W. Bredt

franz stanzel « entwurf für
eine leinen-damast-serviette

MAHRISCHE DAM ASTWEBEREI

Das österreichische Fachschulwesen hat in
den letzten Jahren dank dem kräftigen
Einschwenken in moderne Bahnen auf pädagogischem
wie künstlerischem Gebiete anerkennenswerte
Fortschritte zu verzeichnen.

Als unsere österreichischen Museen vor
drei Jahren eine große Wanderausstellung
der kunstgewerblichen Fachschulen des Staates
veranstalteten, war diese Bewegung noch zu
jung, als daß sie schon damals'gereifte Früchte

franz stanzel « damastdecke « ausgeführt
von josef hallegger, mahrisch - schonberg

hätte zeitigen können. Es fehlte an Erfahrung
und Methode, es fehlte vor allem an Lehrern.
Und der Lehrer ist ja nach einem vortrefflichen
Wahrwort die Methode.

Heute liegen die Verhältnisse günstiger.
Von den k. k. Kunstgewerbeschulen in Wien
und Prag strömen jährlich viele tüchtige
Jünger der modernen Kunst in die Praxis
und an die allüberall zerstreuten, oft in ganz
kleine Industriestädte verbannten Fachschulen,
deren Mähren z. B. allein zehn besitzt. Außer
einer keramischen und einer für Holzindustrie
allein acht Schulen für Weberei.

Nordmähren ist ja ein Hauptsitz der Leinen-,
Damast- und Seidenweberei. Das ganze, dichte
Netz aufstrebender Industrieorte —Mährisch-
Schönberg, Sternberg, Deutsch-Liebau, Oskau,
Mährisch-Trübau, Römerstadt u. s. f. ist
ja die Heimat der hier uralt eingesessenen
Hausweberei, die heute ihren Mann nicht
mehr nährt, sondern von den großen Fabrikanten
-Unternehmern abhängt.

Wo die vollkommenste Maschine noch versagt
, da wird freilich der Handwebstuhl noch
immer vorgezogen. So also namentlich für
die kunstvollen Damaste, die von Norbert
Langer & Söhne, Eduard von Oberleithn er,
Josef Hallegger, Siegl u. a. nach modernen
Entwürfen erzeugt werden. Man überläßt
sie nicht der mechanischen Arbeit. Man bedarf
zur vollendeten Wiedergabe, die oft technisch
wie künstlerisch größte Anforderungen
an Auge und Hand stellt, geschulter, in voller

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