Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 562
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IX. INTERNAT. KUNSTAUSSTELLUNG IM MÜNCHENER GLASPALAST

ALEXANDER ROCHE

ausfahrt

IX. Internationale Kunstausstellung in München

Mai nicht eigen ist. Wenzel Wirkner hat
in seinen Bildern eine sinnige, innerliche
Art, die immer mehr zum eigenen Stil wird,
Erich Kuithan's Obsternte einen Schimmer
von Romantik, der den Gegenstand seltsam
verklärt, Ernst Liebermann's altertümlich
behagliche Bergstraße ist ähnlich durchdringen
von einem liebenswürdigen Volksliedton
und echte Poesie weht in Heinrich
Brünne's dunklem Sommerabendbild.

Eine ganze Anzahl von Treffern hat Karl
Blos zu verzeichnen, dessen ehrliche, selbstsichere
Kunst jeden, aber auch jeden artistischen
Kunstgriff verschmäht und nur absolut
reine Werte bietet. Das Idealbildnis eines
Jünglings „Der Wanderer" steht an erster
Stelle, aber auch die beiden Mädchenbilder
und die zwei männlichen Porträts stehen
nicht nach. Voll Liebenswürdigkeit und anziehender
Betonung des Kindlichen ist Georg
Schuster-Woldan's Mädchenporträt und das
Konterfei eines robusten Waidmannes steht
in seiner Art nicht nach. Raffael Schuster-

Woldan ist vertreten durch eine geheimnisvolle
Komposition „Das Leben", in der eine
schöne nackte, mit einem Kinde kosende
Frau mit zwei bekleideten ernsthafteren Damen
kontrastiert. Himmlische und irdische Lebensauffassung
? Gekonnt im Sinne der alten
Meister ist auch hier wieder vieles in hohem
Maße, aber ein bißchen mehr klaren und
frohen Gegenwartssinn möchte man dem talentvollen
, vielumstrittenen Eklektiker dennoch
wünschen. Wie viel frisches, warm pulsierendes
Leben war in Lenbach, dessen Vorbild
doch wohl Raffael Schuster auf diese
Wege in der Malerei gebracht hat! Carl
Marr hat nur eine Kleinigkeit, einen
geschmackvoll in rechteckigen Rahmen komponierten
Mädchenkopf ausgestellt. Adolf
Heller bleibt sich in seinem, nach gewissen
Engländern orientierten, breiten und
tonigen Vortrag gleich, nur fehlt es seinem
Fleisch manchmal ein wenig an Natürlichkeit
und Frische und er liebt gewagte Zusammenklänge
in den Farben. Das große Prinz-

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