Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 580
(PDF, 141 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_12_1905/0294
•^tf> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^=^

boden sollte kein Bild hängen. Die Bilder
dürfen nicht zu nahe aneinander gerückt
werden. Etwa ebensoviel Wand im ganzen
muß freibleiben, als Fläche von Bildern bedeckt
ist. Figurenbilder und Landschaftsbilder
müssen abwechseln; Pendants hänge man
nicht nebeneinander sondern durch ein Bild
anderen Genres getrennt. Landschaftliche
Pendants durch ein Figurenbild getrennt und
umgekehrt. Von zwei Bildern gleicher Art
ist immer eins besser als das andere; der
Vergleich wird weniger herausgefordert, wenn
sie durch ein drittes getrennt sind, als wenn
sie dicht nebeneinander hängen; denn das
Bessere ist immer der Feind des Guten.

LESEFRÜCHTE

Wissen Sie, warum Goethe kein Talent zum Zeichnen
hatte? Warum seine Nachbildungen „nur ferne
Ahnungen irgend einer Gestalt" waren? Weil ihm
der Sinn für Geometrie abging; weil wir Menschen
so konstruiert sind, daß wir keine Gestalt, welche
die Natur uns bietet, genau aufzufassen vermögen,
wenn wir nicht — bewußt oder unbewußt — das
Netz unseres angeborenen Formenschemas davor gehalten
und uns auf diese Weise das Unregelmäßige,
Unberechenbare, Niedagewesene durch die Beziehung
auf ein Regelmäßiges, Berechnetes, ewig Unveränderliches
assimiliert haben. Houston S. Chamberlain

geo bernier in flandern

IX. Internationale Kunstausstellung in München

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

FRANKFURT a. M. Dem Kunstverein ist es ge-
lungen, eine beträchtliche Sammlung Menzel-
scher Werke zu einer Ausstellung zusammenzubringen
, namentlich durch das Entgegenkommen
der Berliner Nationalgalerie, die einen großen Teil
ihrer Menzelschätze hergegeben hat; so sieht man
jetzt hier u. a. das >Flötenkonzert« und das >Eisen-
walzwerk«. — Neulich wurde von einer großen Geldstiftung
an das Städelsche Institut berichtet. Nun
ist noch eine Stiftung für Kunstzwecke bekannt geworden
, wahrscheinlich noch größer als die erste,
man spricht von 50 — 90000 M. jährlich; es soll
davon moderne Kunst gekauft werden. Diese Stiftung
nennt sich etwas umständlich »Ludwig Pfungst
von Worms-Stiftung', doch soll das seine besonderen
Gründe haben. Sie geht jedoch nicht an das Städelsche
Institut, sondern an die Stadt. Was wird die
Stadt damit anfangen? Wird sie zu den bereits bestehenden
und in mancher Beziehung konkurrierenden
drei Kunstmuseen noch ein viertes gründen,
eine moderne Gemäldegalerie? Oder wird man
irgend eine Form finden, weitere Zersplitterung zu
vermeiden — dann würde die Frankfurter Galerie
in die erste Reihe der kaufenden Museen eintreten.
Es wäre das gewiß eine sehr erfreuliche Entwicklung
, man muß sich aber vor verfrühten Hoffnungen
hüten, da bei solchen Dingen die verschiedensten
Gesichtspunkte in Frage kommen.

MÜNCHEN. Die Hundertjahrfeier der Erhebung
L** Bayerns zum Königreich soll u. a. auch eine

580


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_12_1905/0294