Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 355
(PDF, 141 MB)
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DREI VILLEN VON FRITZ SCHUMACHER

FRITZ SCHUMACHER LANDSITZ FREIHERR VON HEYL: ZIMMER DER DAA1E

man aus ihnen allein schon auf den Grundriß
des Hauses schließen kann. Putzbau und
Fachwerk ■ • letzteres durch die neue sächsische
Bauordnung wiederum in seine Rechte
eingesetzt - verbinden sich, zumal vorn mit
dem Ziegeldachstreifen unterm Giebel, zu
glücklicher Wirkung, und die von hölzernen
Konsolen getragene Vorkragung gibt eine entsprechende
Schattenwirkung. Nicht zu übersehen
ist das rote Holzstaket, das sich gleich
dem Fachwerk wieder seinen Platz erobert
an Stelle der faden gußeisernen Stäbe, welche
in den letzten Jahrzehnten die Behaglichkeit
der bürgerlichen Bauweise zerstören halfen.

Die Rückseite zeigt uns das scharf ausgeprägte
Sockelgeschoß aus Haustein, das den
Bau aus dem Boden heraushebt und ihn damit als
Stadtwohnung kennzeichnet, während Veranda
und Holztreppe das Betreten des Gartens
rasch und bequem vermitteln.

Betreten wir das Haus selbst, so kommen
wir zunächst unter ein Schutzdach, das einen
hübschen Vortürplatz überdeckt. Die Türe
mit ihrer kräftig herausgearbeiteten Maserung
trägt nicht weniger zu der ansprechenden

Wirkung bei, als die blumengeschmückte
Nische und das den Pfeiler umfassende PanRelief
. Im Innern kommen wir, geradeaus
gehend, zur Garderobe und den Wirtschaftsräumen
, links aber zur Diele, die in reizvoller
Weise zum künstlerischen Mittelpunkt
des Hauses gemacht ist, ohne am Grundriß
Platz zu verschwenden, wie denn das ganze
Haus mit den sparsamsten Mitteln gebaut ist.
Eine hölzerne Treppe führt hier zum Obergeschoß
, so daß die beiden Geschosse einen
einzigen wohlgegliederten Raum bilden. An
die Diele schließt sich ein großes Wohn- und
Arbeitszimmer, daran das Speisezimmer, das
einerseits durch eine Tür Verbindung mit der
Veranda hat, anderseits mit der Küche durch
ein „Langloch" verbunden ist (Langloch in
sächsischer Mundart das Loch, durch das die
Speisen aus einem Raum in den andern gelangt
oder gereicht werden). Der Geschirrschrank
ist in sehr hübscher Weise mit drei
kleinen Fenstern in Verbindung gesetzt, wie
überhaupt die Möbel den Zimmern von vornherein
angepaßt sind. Während sie in den
übrigen Räumen von dem Architekten selbst

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