Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 12. Band.1905
Seite: 461
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^=4^> GARTENGESTALTUNG

Höhepunkte erreicht. Sie stellt jedoch erst
den Anfang landschaftlicher Gartengestaltung
dar. Jene Männer strebten zunächst
danach, aus dem Banne der Architektur und
einer allzusehr ins Formalgekünstelte geratenen
Gartengestaltung herauszukommen. Sie
fühlten, welch' bedeutsame Anregungen von
England ausgingen, als dort die neue, dem
„natürlichen Stile" gewidmete Aera anbrach.
Und sie haben mit Glück, ohne die Briten
nachzuahmen, ihre deutschen Eigenarten entwickelt
.

Auf dem Grunde, den sie bereitet, können
wir weiter bauen. Nur müssen wir uns klar
werden, nach welcher Richtung der Fortschritt
führt. Meinem Gefühle nach haben die
Schüler der Sckell und Pückler den rechten
Weg nicht eingeschlagen. Durch sie ist die
landschaftliche Gestaltung nicht vertieft, sondern
beim Jagen nach abstrakten, idealen,
einer falschen Kunstauffassung entsprungenen
Vorbildern verflacht worden. Die alten Landschaftsgärtner
selbst ließen sich noch zu sehr
von allgemeinen Ideen, von etwas überschwenglichen
Vorstellungen leiten, gleich als könnten

sie den künstlerischen Gehalt der gesamten
Natur in konzentrierter Form uns vor Augen
bringen. Sie waren in Wirklichkeit noch zu
wenig vertraut mit der Natur, um sie beherrschen
zu können.

Indes brauchen wir nur an Pücklers
Muskau zu denken, um zu erkennen, daß in
den besten alten Werken sehr klar angedeutet
ist, wohin wir fortschreiten müssen. Das
obere Bild auf Seite 463 zeigt besonders in
den Einzelheiten eine gewisse gewaltsame
Natürlichkeit. Die Behandlung des Rasens,
der Uferböschungen und Ufer, alles hat noch
architektonischen Zuschnitt, ist noch etwas
glatt und nüchtern. Die feineren Details
lassen das innige Vertrautsein mit der Natur
vermissen. So wenig wir diese kopieren
dürfen, sondern ihre Wesenzüge nur im
Sinne unseres persönlichen Kunstempfindens
gesteigert nachbilden werden, so wenig läßt
unser Motiv solche künstlerische Steigerung
spüren. Es erweckt den Eindruck einer abstrakten
allgemeinen Auffassung, die eines
lebendigen Kerns nicht entbehrt, aber leicht
zum Schema ausarten kann.

Dekorative Kunst. VIII. n. August 1905.

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